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Motorräder sollen leiser werden - Sonntagsfahrverbot für Biker?

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Motorräder sollen leiser werden, beschloss der Bundesrat. Foto: Oliver Berg/dpa-Bildfunk

Motorräder sollen nach dem Willen des Bundesrats künftig weniger Lärm verursachen. Die Länderkammer will sich nach einem Beschluss vom Freitag (15. Mai 2020) dafür einsetzen, dass die zulässigen Geräuschemissionen aller Neufahrzeuge begrenzt wird. Künftig soll ein Maximalwert von 80 Dezibel (db/A) gelten, der in etwa der Lautstärke eines vorbeifahrenden Lkws oder eines Rasenmähers entspricht. Die Länder möchten, dass Polizisten Fahrzeuge bei "gravierenden Lärmüberschreitungen" sofort sicherstellen dürfen.

Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen?

Außerdem soll Tuning härter bestraft werden, wenn das Motorrad dadurch erheblich lauter wird. Das Sound-Design, über das Fahrer die Geräuschkulisse selbst einstellen können, solle verboten werden. Die Länder wollen zudem beschränkte Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen ermöglichen. Die Entschließung des Bundesrats geht nun an die Bundesregierung. Diese entscheidet, ob und wann sie die Anregung umsetzen will. Feste Fristen gibt es hierfür nicht.

Grüne: Wichtige Etappe erreicht

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) zeigte sich am Freitag zufrieden. Es sei eine wichtige Etappe beim Schutz vor Motorradlärm erreicht. "Aber wir sind noch nicht am Ziel angelangt. Auch, wenn Land und Kommunen alles ausschöpfen, was gesetzlich möglich ist, muss deutlich mehr getan werden." Motorräder müssten leiser gefahren werden. "Rücksichtsloses Fahren muss deutlichere Folgen haben", sagte Hermann. "Dafür müssen die rechtlichen Vorgaben erweitert werden. Hier sind insbesondere die Bundesebene und Europa gefragt."

Verband: Diskriminierung von Bikern

Der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) sieht Verkehrslärm ebenfalls als Problem - fordert aber, dass bei der Problemlösung alle Fahrzeuge einbezogen werden. "Was wir ablehnen und nicht nachvollziehen können, ist die einseitige Fokussierung beim Thema Lärm auf die Motorräder", sagte der Vorsitzende Michael Lenzen. "Hier sehen wir ganz klar eine Diskriminierung der Motorradfahrer." Es sei ein Unding, mehr als vier Millionen Motorradfahrer wegen Fehlverhaltens einer Minderheit über einen Kamm zu scheren. "Bei Autofahrern, etwa bei den illegalen Straßenrennen in Städten, geht man auch gezielt gegen die Verursacher vor. Hier muss gleiches Recht für alle gelten."

"Grundsätzlich finden wir den Beschluss richtig", sagte ein Experte für Verkehrslärm vom Umweltbundesamt. "Das ist ein guter Schritt." Bis die Begrenzung aber wirklich Vorgabe sei, sei es noch ein langer und steiniger Weg.

Verwendete Quellen:
- Deutsche Presse-Agentur

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