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Corona-Demo in Saarbrücken aus Angst vor Gewalt abgesagt

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Vergangene Woche hatten noch 500 Menschen vor dem Staatstheater gegen die Einschränkungen der Grundrechte demonstriert. Archivfoto: BeckerBredel

Aus Angst vor einer möglichen Eskalation hat die Veranstalterin der Corona-Demo in Saarbrücken die für Samstag (23. Mai 2020) geplante Kundgebung vor dem Staatstheater abgesagt. Wegen einer angekündigten Gegendemonstration habe sich die Bedrohungslage verschlechtert, so Marion Ritz-Valentin in ihrem Facebook-Post. "Wir fürchten einen gewalttätigen Konflikt", schreibt die Veranstalterin. "Nach Einschätzung der Polizei" sei eine friedliche Durchführung des "Grundrechte-Flashmobs" eher nicht möglich.

Verschwörungsanhänger mischen sich unter besorgte Bürger

Ritz-Valentin kritisiert in dem Post auch die Rolle der Medien. Mit der "Hetzerei gegen uns Demonstranten" solle "sofort aufgehört werden". Stattdessen solle gezeigt werden, was die Demonstranten wirklich seien: "friedliche Bürgerinnen und Bürger mit einem berechtigten Anliegen". Bei der Grundrechts-Demo vergangenen Samstag waren rund 500 Menschen auf dem Tbilisser Platz zusammen gekommen. Darunter waren besorgte Bürger, Familien, aber auch Anhänger von Verschwörungsmythen.

Gegendemo-Veranstalter bestreiten Gefahr-Vorwürfe

Die Veranstalter der Gegendemo wehren sich gegen die Gefahr-Vorwürfe. "Dem FriedensNetztSaar, der Partei Die Partei und uns als Initiatorinnen der Kundgebung Gewalt zu unterstellen, ist nicht einfach nur zynisch. Es zeigt, wie diese Menschen ihre eigenen Realitäten spinnen", heißt es in einem Facebook-Post der linksgerichteten "Blockade Saar". Das FriedensNetzSaar wirft den Veranstalter der Corona-Demo vor, sich nicht genug von Impfgegnern, Esoterikern und Neonazis abzugrenzen, die sich unter die Teilnehmer mischen. Ritz-Valentin hatte sich im Vorfeld der vergangenen Corona-Demo zwar von Rechtsextremen distanziert. Dennoch finden sich beispielsweise in Telegram-Gruppen Belege dafür, wie Verschwörungsideologen und Neonazis die Corona-Demos für ihre Ziele instrumentalisieren, berichtet die "Saarbrücker Zeitung".

Die Gegen-Kundgebung soll trotz Absage der Corona-Demo um 15.00 Uhr auf dem Tbilisser Platz stattfinden. Dort will man unter anderem Solidarität für Corona-Kranke, Beschäftigte im Gesundheitswesen und durch die Krise belastete Menschen zeigen.

Was die beiden Seiten noch zu sagen haben und welche Verschwörungsmythen in saarländischen Telegram-Gruppen verbreitet werden, gibt es auf Saarbruecker-Zeitung.de zum Nachlesen (Hinweis: Der Beitrag gehört zum „SZ+“-Angebot der Saarbrücker Zeitung. Um diesen zu lesen, müsst ihr euch gegebenenfalls registrieren oder eine Bezahloption wählen).

Verwendete Quellen:
- Facebook-Post von Marion Ritz-Valentin, 20.05.2020
- Facebook-Post der Blockade Saar, 20.05.2020
- Veranstaltung auf Facebook: "Für solidarische Krisenlösungen-Gegen Hetze und Corona-Ignoranz"
- Saarbrücker Zeitung
- eigener Bericht

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