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Unter Corona-Bedingungen: Dreharbeiten zu zweitem Saarland-Tatort beginnen nächste Woche

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Die Dreharbeiten zum zweiten Fall des neuen Tatort-Teams aus Saarbrücken mussten um zehn Wochen verschoben werden. Foto: SR/Manuela Meyer

Am Ostermontag - mitten in der Hochphase der Corona-Krise - wurde der erste Saarland-Tatort "Das fleißige Lieschen" mit den neuen Kommissaren Adam Schürk (Daniel Sträßer) und Leo Hölzer (Vladimir Burlakov) ausgestrahlt. Der Film erreichte eine Einschaltquote von 10,5 Millionen - ein toller Start. Die Dreharbeiten für den zweiten Fall sollten eigentlich kurz darauf beginnen. Aufgrund der Pandemie mussten sie allerdings warten. 

Saarbrücken-Tatort: "Der Herr des Waldes"

Nun kann es am Mittwoch (24. Juni 2020) endlich losgehen. 21 Tage lang soll gedreht werden. Und der zweite Fall des neuen Teams könnte kaum besser in die Zeit passen. Nicht etwa, weil bei der Trauerfeier des 18-jährigen Mordopfers Jessi radikale Tierschützer und eingefleischte Jäger aneinander geraten, sondern wegen der Drehorte. Wie der Arbeitstitel "Der Herr des Waldes" bereits erahnen lässt, spielt sich vieles im Freien ab. "In diesen Corona-Zeiten kommt uns das natürlich zupass", sagt Regisseur Christian Theede.

Im neuen Saarland-Tatort verfolgen die beiden jungen Ermittler die Spur eines verschmähten jugendlichen Verehrers. Bis Adams Vater auftaucht und behauptet zu wissen, wer die Teenagerin so grausam ermordet hat. Auch die beiden Frauen im Saarbrücker Ermittler-Team bekommen im zweiten Film mehr zu tun. Esther Baumann (Brigitte Urhausen) und Pia Heinrich (Ines Marie Westernstroer) verschlägt die Suche nach dem Täter ins benachbarte Frankreich. Glücklicherweise wurden die Grenzen rechtzeitig geöffnet. 

Dreharbeiten mit Mundschutz und Abstand

Allerdings stellen andere Corona-Einschränkungen die Dreharbeiten vor weitere Herausforderungen. Für das Team gelten strenge Hygienebestimmungen. Alle Beteiligten müssen einen Mundschutz tragen und Abstand halten. Nur für die Schauspieler - insbesondere die Hauptdarsteller - wird eine Ausnahme gemacht, sobald die Kamera läuft. "Das würde das Spiel wirklich extrem einschränken, wenn sie Masken aufhätten", meint Theede. "Und es wäre blöd, wenn man vom Spiel dieser tollen Schauspieler wenig sehen würde."

Laut SR-"Tatort"-Redakteur Christian Bauer sei es "selbstverständlich, dass jeder, der nicht im Bild ist, mit Maske herumläuft. Auch der Regisseur." Da das allerdings die Direktionen erschwere, stehen nun mehr Regieanweisungen im Drehbuch - dem gemeinsamen Kommunikationsmittel am Set. 

Sets ins Freie verlegt

Das ist nicht die einzige gravierende Änderung, die aufgrund der Corona-Bestimmungen nötig wurde. "Wir haben sämtliche unnötigen Komparsen gestrichen und versucht, optional alles nach draußen zu verlegen", sagt Theede der "dpa". Wo das nicht möglich ist, müssen Orte unter dem Aspekt "Covid-19" umgedacht und umgestaltet werden. Beispielsweise sollte eine Szene in einer Schulklasse spielen. "Die Frage ist: Verlegen wir den Unterricht ins Freie, wie es im Sommer ja durchaus üblich ist, oder zeigen wir Schüler, die mit entsprechendem Abstand nebeneinander sitzen", schildert Bauer.

Schauspieler in Selbstisolation

Da die Darsteller vor der Kamera auf Mundschutz und Abstand verzichten, ist nicht nur Sicherheit, sondern auch Vertrauen und Selbstdisziplin wichtig. "Für einige Schauspieler, die Szenen mit größerer körperlicher Nähe spielen, gilt die Regel 'Quasi-Quarantäne‘", so der "SR"-Redakteur. Fünf Tage vor dem Drehstart müssen sie sich selbst isolieren. Auch während der Drehtage können die Darsteller ihre Freizeit nur eingeschränkt genießen. "Das sind ja junge Männer, die abends gerne auch mal rausgehen. Aber das wird dieses Mal alles nicht stattfinden. Sie werden in einer Selbstisolation sein."

Regisseur Christian Theede trotz Corona optimistisch

Sowohl Bauer als auch Theede sind optimistisch, alle Auflagen gut einhalten zu können. Die Beteiligten seien allesamt vernünftige Leute, die dafür Sorge trügen, dass die Produktion nicht in Schwierigkeiten gerät, meint der "SR"-Redakteur. Auch der Regisseur glaubt an das Projekt: "Qualitativ habe ich keinerlei Bedenken, dass wir wieder einen super 'Tatort' abliefern werden." Das Team sei nach dem Erfolg des ersten Saarbrücker "Tatorts" in der neuen Besetzung hochmotiviert und froh, "dass sie endlich wieder arbeiten können und dürfen"

"Es gibt Schlimmeres"

Sorgen, dass die Dreharbeiten unter den Corona-Bedingungen allzu sehr leiden, habe er nicht. Diese seien zumindest planbar. "Es gibt Schlimmeres", so Theede. Unwägbarkeiten wie ein gerissener Keilriemen bei einer Verfolgungsjagd, wegen dem das Auto geschoben werden musste, oder ein verstauchter Fuß vor einer Action-Szene seien in der Vergangenheit viel stressiger gewesen. Die Probleme, die man nun haben wird, kenne man im Grunde bereits vorher. Eine Lösung zu finden, mache dem Regisseur sogar Spaß. 

Sendetermin und Premiere beim Max-Ophüls-Festival

Bereits gefunden ist der Sendetermin für "Der Herr des Waldes". Wie schon "Das fleißige Lieschen" soll auch der zweite Saarland-Tatort von Drehbuchautor Hendrik Hölzemann am Ostermontag ausgestrahlt werden. "Wenn im Juli die letzte Klappe fällt, kann im Prinzip nichts mehr passieren", meint Bauer. Dennoch wolle man schon im Januar mit dem Film fertig sein. Die Premiere soll nämlich traditionell beim Max Ophüls Filmfestival in Saarbrücken stattfinden. 

Verwendete Quellen:
- Deutsche Presse-Agentur 

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