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Nur noch Notversorgung in zahlreichen Saar-Kliniken: ab morgen Streiks

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Ab dem morgigen Dienstag (13.10.2020) treten zahlreiche Beschäftigten von saarländischen Kliniken in den Streik. Es soll dann nur noch eine Notversorgung in den Krankenhäusern geben. Symbolfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Streiks in mehreren saarländischen Krankenhäusern

Ab Dienstag (6.00 Uhr) streiken die Beschäftigten der SHG-Kliniken in Völklingen für 48 Stunden. Ab Mittwoch schließen sich für 24 Stunden die Beschäftigten von 14 weiteren Krankenhäusern im Saarland und Rheinland-Pfalz an.

Im Saarland sind die folgenden Kliniken betroffen:
- das Kreiskrankenhaus in St. Ingbert
- das Knappschaftskrankenhaus in Sulzbach
- die SHG-Klinik Sonnenberg in Saarbrücken
- das Klinikum Saarbrücken
- die SHG-Klinik in Merzig
- das Knappschaftsklinikus Püttlingen
- und wie bereits oben erwähnt die SHG-Kliniken in Völklingen.

"Verdi" verärgert über Verhalten der Arbeitgeber

Zu den Streiks aufgerufen hat die Gewerkschaft "Verdi", die sich verärgert darüber zeigt, dass im laufenden Tarifkonflikt seitens der Arbeitgeber immer noch kein Angebot auf dem Tisch liege.

Nur noch Notversorgung in den Kliniken

Laut Angaben von "Verdi" sei die Notversorgung in allen betroffenen Krankenhäusern gewährleistet. Im Vorfeld habe es an einigen Kliniken harte Auseinandersetzungen über eine Notdienstvereinbarung gegeben. Wie Frank Hutmacher von der Gewerkschaft "Verdi" berichtet, sei der Streikwillen bedeutend höher als nun tatsächlich Beschäftigte streiken können, da man der Versorgung der Patienten eine hohe Priorität einräume.

"Besonders jetzt bei den steigenden Zahlen der Covid-19-Erkrankten, gehen wir mit unserem Streik sehr verantwortlich um. Ich würde mir nur eine halbwegs ähnliche Ernsthaftigkeit von den Arbeitgebern wünschen", betont der für das Gesundheitswesen zuständige "Verdi"-Mann.

"Verdi": Arbeitgeber sollten Situation ernst nehmen

Auch der Pflegebeauftragte der Gewerkschaft, Michael Quetting, rät den Arbeitgebern dringend, die Situation nicht falsch einzuschätzen: "Man kann die Beschäftigten nicht ewig hinhalten. Irgendwann bricht das System zusammen, wenn man nicht endlich auch mal die Beschäftigten im Gesundheitswesens wertschätzt. Wir werden jetzt weder uns noch unsere Patienten gefährden. Ich rate aber den Chefs in den Krankenhäusern, dies nicht als Schwäche aufzufassen", so Quetting weiter.

Keine Demonstrationen wegen Pandemie

Trotzdem habe man sich entschieden lediglich sichere Aktionen durchzuführen, bewusst verzichte man auf bereits angekündigte Demonstrationen und große Kundgebungen. Lediglich Autokorsen werden im bescheidenen Umfang durchgeführt, um auch die Öffentlichkeit über die Forderungen zu informieren, so die Pressestelle von "Verdi".

"Gerade noch wurde den Beschäftigten in der öffentlichen Daseinsvorsorge und speziell im Gesundheitswesen für ihre Leistung in der Corona-Pandemie applaudiert. Doch bei den Tarifverhandlungen wollen die Arbeitgeber von Aufwertung und Anerkennung nichts mehr wissen – das passt nicht zusammen", kritisiert Frank Hutmacher die aktuelle Situation.

Das fordert "Verdi":

Für alle 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen fordert "Verdi" eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro und die Anhebung der Azubi-Vergütung um 100 Euro. Außerdem erwarten die Beschäftigten Entlastung durch zusätzliche freie Tage und die Angleichung der Arbeitszeiten im Osten an das westdeutsche Niveau.

Für das Gesundheitswesen führen die Tarifparteien zusätzliche Gespräche, um die spezielle Situation in den Blick zu nehmen. "Verdi" erwartet unter anderem eine Pflegezulage von 300 Euro, eine bessere Bezahlung im öffentlichen Gesundheitsdienst und die Begrenzung der Arbeitszeit im Rettungsdienst auf 45 Stunden pro Woche. Zudem sollen die Versprechen aus der letzten Tarifrunde umgesetzt werden, auch im Gesundheitswesen die Pausen in Wechselschicht auf die Arbeitszeit anzurechnen und den Samstagszuschlag auf 20 Prozent anzuheben", fasst Hutmacher die besonderen Forderungen für den Gesundheitsbereich zusammen.

Verwendete Quellen:
- Mitteilung der Gewerkschaft "Verdi" vom 12.10.2020

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