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Wie sich Corona auf die Kriminalität im Saarland auswirkt

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Die Zahl der Fälle im Zusammenhang mit Missbrauchsfotos- und -videos ist im Saarland während der Corona-Pandemie gestiegen. Foto: Nicolas Armer/dpa-Bildfunk

Im Corona-Jahr 2020 hat die Polizei im Saarland bislang weniger Wohnungseinbrüche registriert. Es gebe zwar noch keine konkreten Fallzahlen, aber es zeichne sich für das laufende Jahr eine "leicht rückläufige Entwicklung" ab, teilte das Landespolizeipräsidium des Saarlandes der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken mit. Es sei davon auszugehen, dass die angeordneten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie - wie der sogenannte Lockdown - Auswirkungen auf die Machenschaften der Einbrecher hätten.

Durch Grenzkontrollen weniger "reisende Täter"

Kontaktbeschränkungen und Homeoffice: Der vermehrte Aufenthalt im eigenen Haushalt habe möglicherweise die Tatengelegenheiten reduziert, sagte Sprecher Stephan Laßotta. Hinzu kämen die vorübergehend eingeführten Kontrollen an den deutschen Grenzen zu Nachbarländern: Sie hätten zur Folge gehabt, dass wohl weniger "reisende Täter" aus dem Ausland im Saarland unterwegs waren. Vor allem für die Monate März, April und Mai sei ein "merklicher Fallzahlenrückgang" bei Einbrüchen erkennbar, sagte er.

Für Herbst Anstieg zu erwarten

Seit Juni 2020 bewegten sich die Fallzahlen ungefähr wieder auf Vorjahresniveau. Erfahrungsgemäß stiegen die Fallzahlen im Herbst, also in der "dunklen Jahreszeit", an. Da aber derzeit erneut ein Teil-Lockdown gelte, könne die Entwicklung im Deliktbereich derzeit nicht abgesehen werden. In 2019 standen saarlandweit insgesamt 1.480 Wohnungseinbruchsdiebstähle in der Statistik.

Mehr Missbrauchsfotos und -videos sowie Betrug

Bei anderen Delikten dagegen sei eine Zunahme der Fallzahlen zu beobachten. Dazu gehörten die Verbreitung, der Erwerb, der Besitz und die Herstellung kinderpornografischer Schriften sowie Betrug: hier vor allem Subventionsbetrug, Leistungsbetrug, Provisionsbetrug und Betrug über rechtswidrig erlangte Zahlungsmittel.

Ältere oft Ziel von Täter:innen

Aber auch Straftaten zum Nachteil älterer Menschen würden mehr werden, teilte das Landespolizeipräsidium mit. Dazu gehörten zum Beispiel der sogenannte Enkeltrick oder "Schockanrufe", bei denen ältere Menschen über das Telefon von Betrüger:innen mit unwahren Geschichten zur Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen veranlasst werden.

Als Polizist:in ausgegeben

Zudem komme es vor, dass sich Betrüger als vermeintliche Polizist:innen ausgeben, um an Geld zu kommen. Im Zuge der Pandemie sei davon auszugehen, dass Täter:innen sich neue Wege einfallen ließen, um zu betrügen - wie beispielsweise über "falsche Mitarbeiter des Gesundheitsamtes".

Online-Taten

Thema seien auch Schadsoftware, maliziöse Domains und Fake-Shops, die das Thema Coronavirus aufgriffen, sagte der Sprecher. Ebenso könnten bundesweit verschiedene Phishing-Kampagnen festgestellt werden, die das Ziel hätten, an digitale Identitäten oder Geld zu kommen. Unter anderem sei im Namen der Weltgesundheitsorganisation oder vermeintlich gemeinnütziger Organisationen per E-Mail zu Spenden aufgerufen worden.

Verlagerung ins Internet

Insgesamt rechneten die Ermittler:innen in der Pandemie mit "einer Verlagerung von konventionellen Deliktsformen hin zum Tatmittel Internet", sagte Laßotta. Zum Beispiel bei Rauschgiftkriminalität und Sexualdelikten. Tendenziell gebe es mehr Kinderpornografie. Aber auch andere Formen von digitalen Sexualdelikten wie das Versenden von belästigenden sogenannten Dickpics und "Romance Scam" über gefälschte Profile in Singlebörsen gehörten dazu.

Risiko für Jugendliche steigt

Durch soziale Distanz und die Empfehlung an die Bürger:innen, zu Hause zu bleiben, würden Internet und digitale Kommunikationsplattformen vor allem von Minderjährigen verstärkt genutzt. Das Risiko, Opfer von "Cybermobbing" und "Cybergrooming" zu werden, erhöhe sich bei Jugendlichen deutlich, hieß es.

Weniger Drogen-Taten

Bei der Rauschgiftkriminalität zeichneten sich bislang für 2020 rückläufige Fallzahlen ab. In den letzten Jahren könne eine Zunahme der Nutzung des Darknets bei diesen Delikten beobachtet werden. "Eine Zunahme der Nutzung des Darknets aufgrund der Covid-19-Pandemie kann jedoch nicht verifiziert werden", sagte der Sprecher.

Verwendete Quellen:
- Deutsche Presse-Agentur

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