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Saarländische Gewerkschaft und Politik kritisiert Pläne zu mehr verkaufsoffenen Sonntagen

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Gewerkschafter und Politiker aus dem Saarland kritisieren die Pläne des Bundeswirtschaftsministers Peter Altmaier, mehr verkaufsoffene Sonntage zu ermöglichen. Symbolfoto: Fabian Scholl/SOL.DE

Der Fachbereich Handel der Gewerkschaft Ver.di in der Saar-Trier Region und die Bundestagsabgeordneten Josephine Ortleb (SPD) und Thomas Lutze (Die Linke) stehen geschlossen hinter dem Sonntagsschutz. Sie kritisieren die Aufforderungen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), dem Einzelhandel im kommenden Jahr mehr Sonntagsöffnungen zu genehmigen.

Verkaufsoffene Sonntage fielen zulasten von Beschäftigten

Die Unternehmen, die verkaufsoffene Sonntage zur Existenzsicherung benötigten, hätte entweder grundsätzliche wirtschaftliche Probleme oder seien nur auf zusätzliche Profite aus. Diese fielen jedoch zulasten der Beschäftigten und ihrer Familien, erklärte Alex Sauer, zuständiger Gewerkschaftssekretär der ver.di in der Region Saar Trier.

Vorschlag sei unverschämt gegenüber Frauen im Einzelhandel

Auch die Landesbezirksfachbereichsleiterin Handel Monika Di Silvestre findet den Vorschlag unverschämt gegenüber den zum Großteil weiblichen Beschäftigten im Einzelhandel. "Insbesondere die Frauen, die überwiegend in unfreiwilliger Teilzeit im Handel beschäftigt sind, sind akut von Altersarmut bedroht", so die Gewerkschafterin.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefährdet 

Die derzeitigen Schichtsysteme sorgten für Überlastung, meint die SPD Bundestagsabgeordnete Josephine Ortleb. "Weitere Öffnungstage zerstören auch noch den letzten Glauben an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf." Für Alleinerziehende stellten sie eine katastrophale Betreuungssituation dar. Die Politik dürfe "die ohnehin bedenkenswerten Arbeitsbedingungen im Handel, nicht unnötig verschlechtern", erklärt die SPD Politikerin.

Flächentarife sollten allgemeinverbindlich gelten

Vielmehr sollten "die Flächentarifverträge des Einzelhandels für Allgemeinverbindlich erklärt werden", findet Thomas Lutze. Die Menschen im Handel seien zum einen als Held:innen gefeiert worden, zählten jedoch trotzdem zu den Verlierer:innen der Krise. 

Beschäftigte im Einzelhandel verdienten sogar weniger als 2019

Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes, so das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) fiel der durchschnittliche Bruttoverdienst von Beschäftigten im Einzelhandel mit Lebensmitteln von 1.471 Euro im zweiten Quartal 2019 auf 1411 Euro im zweiten Quartal dieses Jahres. Das sind rund 60 Euro und damit rund 4 Prozent weniger

Betrachtet man ausschließlich Vollzeitbeschäftigte sei der Rückgang sogar noch deutlicher. Der durchschnittliche Bruttomonatslohn sank für sie von 2.421 Euro im zweiten Quartal des Vorjahres auf 2.254 Euro im zweiten Quartal von 2020. Die Verkäufer:innen verdienten damit 167 Euro weniger als 2019 - knapp sieben Prozent. 

Dennoch mehr Arbeitsstunden - dank Hamsterkäufen

Der Verdienstrückgang lässt sich dabei nicht auch sinkende Wochenstunden zurückverfolgen. Die Zahl der bezahlten Wochenarbeitsstunden sei dagegen sogar von durchschnittlich 35,3 auf 37,9 gestiegen. Das ist vor allem auf den Kundenansturm während des ersten Lockdowns zurückzuführen. Damals hatten Hamsterkäufe bei vielen Handelsketten für Rekordumsätze gesorgt.

Verwendete Quellen:
- Pressemitteilung der ver.di Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland

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