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Nach vier Wochen am Beatmungsgerät: 27-jähriger Covid-Patient erzählt von schwerer Erkrankung

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Nikolaus Graf, Oberarzt der Intensivmedizin, behandelte den 27-Jährigen schwerst erkrankten Corona-Patienten Albi Bami. Foto: Klinikum Saarbrücken

Albi Bami ist 27 Jahre alt, hat keine Vorerkrankungen oder erkennbare Risikofaktoren. Dennoch kämpfte der junge Mann aus Albanien im Oktober im Klinikum Saarbrücken um sein Leben. Er hatte sich mit dem Coronavirus infiziert und war schwerst erkrankt.

Albi mit schwerer Covid-Erkrankung auf Winterberg verlegt

Nach seiner Covid-Diagnose war der 27-Jährige eine Woche lang in einem anderen Krankenhaus in Behandlung bis er auf den Winterberg verlegt werden musste. Dort sollten seine Überlebenschancen zur Not mit einer extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) gesteigert werden. Dabei übernimmt eine Maschine teilweise oder vollständig die Atemfunktion des Patienten.

Bei seiner Einlieferung seien die ECMO-Kriterien bei Albi beinahe erfüllt gewesen. "Aber nach einer Woche war klar, dass wir ihn mit konventionellen Therapietechniken, wie Lagerungstherapie, behandeln können“, so Nikolaus Graf, der Oberarzt der Anästhesiologie und Intensivmedizin.

Oberarzt: "Das nimmt man auch in Gedanken mit nach Hause"

Der Mediziner war federführend bei der erfolgreichen Behandlung des vergleichsweise jungen Covid-Patienten. "Ein schwerer Krankheitsverlauf und das ohne für uns erkennbare schwere Risiken und bei einem relativ jungen Patienten – das nimmt man auch in Gedanken nach dem Dienst mit nach Hause", sagt Oberarzt Graf.

Nach vier Wochen Intensivstation aus dem Koma erwacht

Einen Monat lang wurde Albi beatmet. Am 10. November erwachte der 27-Jährige nach vier Wochen auf der Intensivstation aus dem Koma. Kaum dass er wieder ansprechbar war, habe er ein Foto an seine Familie geschickt. Er wollte zeigen, dass er sich auf dem Winterberg gut aufgehoben fühlte.

Ärzte und Familie überwinden Sprachbarriere

Vor allem Albis Bruder stand mit dem Ärzteteam in engem Kontakt. Die Kommunikation mit der Familie aus Albanien erwies sich allerdings als schwierig. Im Dialog galt es auch die Sprachbarriere zu überwinden. Feste Ansprechpartner am Klinikum und engagierte Familienmitglieder schöpften alle Kommunikationsmöglichkeiten aus, damit der Informationsfluss gelang.

"Mein zweites Leben": Albi muss vieles wieder lernen

"Jetzt beginnt mein zweites Leben", sagt Albi. Ein Freund habe dem Amazon-Mitarbeiter prognostiziert, dass er nun bestimmt 100 Jahre alt wird. Allerdings ist es bis zur Normalität noch ein weiter Weg. "Ich muss vieles jetzt erst wieder lernen – fast wie ein Baby", erklärt der 27-Jährige. Durch den schweren Krankheitsverlauf sind Muskelschwäche und Erschöpfung geblieben. Diese müssen therapiert werden.

Das Team Winterberg wünscht ihm dabei weiterhin viel Kraft und alles Gute.

Verwendete Quellen:
- Pressemitteilung des Klinikums Saarbrücken

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