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Nach Vorwurf sexueller Belästigung: Supendierung von HNO-Chef in Homburg aufgehoben

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Dem Direktor der HNO-Klinik in Homburg wird sexuelle Belästigung vorgeworfen. Symbolfoto: BeckerBredel

Seit Februar 2020 ermittelt die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken gegen den Direktor der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde an der Uniklinik in Homburg. Zwei Ärztinnen und eine OP-Schwester werfen dem Mediziner sexuelle Belästigung vor. Er soll den Frauen etwa von hinten an die Brüste oder zwischen die Beine gefasst haben. 

Suspendierung von Chefarzt aufgehoben

Im Mai des vergangenen Jahres wurde der Arzt wegen der Vorwürfe suspendiert. Wie die Staatskanzlei vor einigen Tagen bekannt gab, wird diese Suspendierung nun aufgehoben. Ab dem kommenden Montag (18. Januar 2021) ist er wieder als Chefarzt an der HNO-Klinik im Dienst. 

Vorstand der Uniklinik nicht in Entscheidung involviert

"Über die Schuld- oder Unschuldsfrage muss die unabhängige Justiz entscheiden, nicht das UKS", erklärt der Ärzliche Direktor und Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Reith. Die Entscheidungen betreffend der Suspendierung habe die Dienstaufsicht in der Staatskanzlei getroffen, der UKS-Vorstand sei nicht involviert.

Beschuldigter muss regelmäßig Bericht erstatten

Da die Ermittlungen noch andauern, hat dieser nun jedoch Maßnahmen zum Wohle aller Betroffenen in die Wege geleitet. Reith habe die Kolleg:innen persönlich über die aktuelle Situation informiert und auch mit dem Klinikdirektor gesprochen. Der Beschuldigte soll nun dem Vorstandsvorsitzenden nun regelmäßig Bericht erstatten. Weitere Maßnahmen im Sinne des Schutzkonzeptes seien mit dem HNO-Direktor besprochen worden. 

Nach Missbrauchsvorwürfen: Schutzkonzept gegen Gewalt

Das Schutzkonzept wurde im Zuge von Missbrauchsvorwürfen erarbeitet, die nach Vorfällen in der Kinderpsychiatrie auch in der HNO-Klinik laut geworden waren. Dort hatten Eltern gemeldet, dass ihre Kinder nach Operationen Wunden im Intimbereich aufgewiesen hätten. Mehr dazu: Missbrauchsverdacht an Homburger HNO: Untersuchungsauschuss soll jetzt auch diese Fälle prüfen

Maßnahmen sollen alle Betroffenen schützen

"Aus den Erfahrungen der letzten Jahre in unterschiedlichen Fällen hat das Klinikum sehr viele Maßnahmen ergriffen, um sowohl die Patientinnen und Patienten als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen, aber auch um möglicherweise zu Unrecht Beschuldigte zu rehabilitieren", erklärt Reith. Seither können Vorfälle an der Uniklinik etwa auch an externe Beauftragte gemeldet werden. Zudem wurde eine externe Ombudsstelle eingerichtet. 

Das umfassende Schutzkonzept ist auf der Homepage der Universitätsklinik in Gänze einsehbar. 

Verwendete Quellen:
- Pressemitteilung des Universitätsklinikums des Saarlandes
- Eigene Berichte

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