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mit dpa

Verschärfungen des Lockdowns zeichnen sich ab - Gespräche nächste Woche?

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Einen Termin für die nächste Runde mit den Regierungschef:innen der Länder nannte Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht. Foto: Michael Kappeler/dpa

Gespräche zu Lockdown-Verschärfungen nächste Woche?

Die Diskussion über zeitnahe Verschärfungen des Lockdowns hat gewaltig an Fahrt aufgenommen. Die Gründe: weiterhin hohe Infektionszahlen und Sorge um die aufgetauchten Coronavirus-Mutationen. Bereits kommende Woche und nicht erst wie geplant am 25. Januar will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsident:innen der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten.

Merkel machte den Beratungsbedarf am Donnerstagabend (14. Januar 2021) in Sitzungen zur Vorbereitung des Wahlparteitags der CDU am Freitag und Samstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Teilnehmer:innen deutlich. Es gebe derzeit keinen Spielraum für Öffnungen.

Sorge um Coronavirus-Mutationen

Die in Großbritannien aufgetauchte Variante des Coronavirus verbreite sich viel schneller als die ursprüngliche Form, Wissenschaftler seien in großer Sorge. Die Mutation des Virus sei nach Ansicht aller sehr aggressiv, deren Verbreitung müsse verlangsamt werden. Man müsse jetzt handeln.

Einen Termin für die nächste Runde mit den Regierungschef:innen der Länder nannte Merkel demnach nicht, Montag und Dienstag sind nach weiteren Angaben aber im Gespräch. Merkel wurde mit den Worten zitiert, man sei in einem Wettlauf mit der Zeit und könne nicht bis zum 25. Januar warten.

Weitere Stimmen der Politik

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer rechnet mit Beratungen in der kommenden Woche. "Kindergärten komplett runterfahren, Schulen abschließen, wirklich Betretungsverbote in den Pflegeheimen, wenn kein negativer Schnelltest vorliegt - solche Dinge müssen wir besprechen", sagte der CDU-Politiker "dpa" zufolge am Donnerstagabend (14. Januar 2021) in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte im "Spiegel" angesichts der Pandemielage eine Sondersitzung des Bundestags in der kommenden Woche. "Solange die Infektionszahlen nicht runtergehen, können die Lockdown-Maßnahmen nicht beendet werden und es werden weitere Maßnahmen nötig sein, besonders in der Arbeitswelt", so die Grünen-Politikerin.

"Wir sollten uns die Frage stellen, ob letztlich nicht ein kompletter Lockdown von zwei bis drei Wochen besser ist als eine endlose Hängepartie", sagte Thorsten Frei, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, dem "Spiegel".

RKI-Präsident: Bisherige Maßnahmen nicht ausreichend

Auch der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, machte erneut deutlich, dass die bisherigen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus aus seiner Sicht nicht ausreichen. In den ARD-"tagesthemen" appellierte er zudem daran, die aktuellen Maßnahmen konsequenter umzusetzen.

Mögliche Zielmarke als Bedingung für Lockerungen?

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, brachte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe eine mögliche Zielmarke von weniger als 1.000 Covid-19-Intensivpatient:innen als Bedingung für Lockerungen ins Spiel. "In Ampelfarben gesprochen: In 11 von 16 Bundesländern ist die Ampel rot, dort gibt es weniger als 15 Prozent freie Intensivbetten", sagte Marx. Lockerungen dürften erst kommen, wenn sich die Lage deutlich entspannt hätte. "Die Zahl der intensivmedizinisch versorgten Covid-19-Kranken muss dafür bundesweit stabil klar unter 1.000 Patienten liegen." Aktuell werden demnach fast 5.200 Covid-19-Patienten in ganz Deutschland intensivmedizinisch behandelt.

Zahlen für Deutschland

In Deutschland haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie bereits über zwei Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.368 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie das RKI am Freitagmorgen bekannt gab. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 2.000.958 (Stand: 15. Januar, 00.00 Uhr). Dabei ist zu beachten, dass die tatsächliche Gesamtzahl noch deutlich höher liegen dürfte, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Außerdem wurden 1.113 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Der bisherige Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am gestrigen Donnerstag erreicht worden.

Verwendete Quellen:
- Deutsche Presse-Agentur

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