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Kanzleramtschef: Corona-Mutation wird auch in Deutschland die Oberhand gewinnen

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Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) glaubt, dass die Corona-Mutation B.1.1.7 auch in Deutschland die dominante Form wird. Symbolfoto: Kay Nietfeld/dpa-Bildfunk

"Wir sehen ja momentan, dass wir jetzt in mehreren Krankenhäusern auch schon mit der Mutante zu tun haben. Das heißt, das ist bei uns im Land angekommen, und deshalb wird sie irgendwann so wie in anderen Ländern auch dann die Führung übernehmen und wird Probleme machen", prophezeite Braun in der ARD-Talkshow "Anne Will". "Da bin ich sehr sicher", ergänzte der Arzt und Politiker auf Nachfrage der Moderatorin. 

Mutation müsse so lange wie möglich niedrig gehalten werden

Es sei daher umso entscheidender, nun die Infektionszahlen sehr stark zu senken und so der weiteren Verbreitung der Mutation die Grundlage zu nehmen, führte Braun aus. "Wir wollen sie so lange wie möglich aus dem Land raushalten und da, wo sie schon ist, eben sehr niedrig halten. Das wird man auf Dauer nicht schaffen", so Braun.

Bislang drei bekannte Mutanten mit hohem Risiko

Der Coronavirus-Typ B.1.1.7 war bislang vor allem in Großbritannien aufgetaucht. Laut Experten ist die neue Variante leichter übertragbar als das ursprüngliche Coronavirus. Bislang noch unklar sei, ob sie auch tödlicher ist. Weitere Virus-Typen mit wohl erhöhtem Risiko kursieren derzeit in Brasilien und Südafrika

Corona-Varianten könnten Neuinfektionen explodieren lassen

Laut SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach müsse man davon ausgehen, dass die drei neuen Varianten in einem Monat sechs- bis achtfach so ansteckend sind. "Und wenn ich dann die jetzigen Zahlen hochrechne, dann bin ich schnell bei dem Szenario, das Christian Drosten vorgerechnet hat", erklärte er der Bild-Zeitung.

Der Virologe ging in seiner Berechnung im "Spiegel" bei einem voreiligen Lockdown von schlimmstenfalls 100.000 Neuinfektionen pro Tag aus. Der Höchstwert lag bislang bei 33.777 Mitte Dezember. Darunter waren jedoch auch 3.500 Nachmeldungen. Seither sind die Zahlen deutlich gesunken. 

Eindämmung des Virus mit dem Sommer fraglich

Auch Lauterbach plädiert daher für einen "sehr harten und sehr gut funktionierenden Lockdown". Die neuen Varianten seien von einem ganz anderen Kaliber.  "Die haben noch einmal ein ganz anderes Bedrohungspotenzial." Wie auch Drosten, glaubt der SPD-Politiker zudem nicht, dass der Sommer die Ausbreitung des Virus weitgehend aufhalten wird. 

Vereinzelt waren Forderungen nach einem Lockdown-Ende Mitte Februar aufgekommen. Diese wurden jedoch abgeblockt. 

Verwendete Quellen:
- Deutsche Presse-Agentur

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