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Forscher warnt: Inzidenz von 35 nicht mit Lockerungen erreichbar

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System-Immunologe Michael Meyer-Hermann warnt vor einer dritten Welle, die durch zu schnelle Öffnungen entstehen könne. Foto von Michael Meyer-Hermannpicture alliance/dpa | Julian Stratenschulte; Symbolfoto Hintergrund: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Hendrik Schmidt

Nachdem sich der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet am Montagabend (15. Februar 2021) eindringlich gegen zu viel Bevormundung der Bürger:innen im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen hat, warnt der System-Immunologe Michael Meyer-Hermann die Politik vor den Risiken von zu frühen Öffnungen

Forscher warnt: Öffnungen zum jetzigen Zeitpunkt sind hohes Risiko

Der Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig hält es für möglich, dass ansteckendere Varianten des Coronavirus die von der Politik angestrebte Sieben-Tage-Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner:innen verhindern. Sollte sich das Vorkommen der Mutante B.1.1.7 ungünstiger als erwartet entwickeln, könne es sein, dass die 35 schon mit dem aktuellen Lockdown überhaupt nicht zu erreichen sei. "Das macht deutlich, dass jede Form von Öffnungen zum jetzigen Zeitpunkt ein hohes Risiko birgt, die gesetzten Ziele nicht erreichen zu können", erklärte Meyer-Hermann gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Eine Inzidenz von 35 könne laut Ansicht des System-Immunologen aller Wahrscheinlichkeit nur ohne die geplanten leichten Öffnungen und ohne ein ungünstiges Dazwischenfunken von Corona-Mutationen erreicht werden. 

Corona-Mutationen bringen Gefahr einer dritten Welle 

Insbesondere die Mutante B.1.1.7, die konservativen Schätzungen zufolge eine um 35 Prozent höhere Übertragungswahrscheinlichkeit besitzt, bereitet dem Forscher Sorgen: "Sie befindet sich in Deutschland bereits wieder in einer Phase des exponentiellen Wachstums und die aktuellen Maßnahmen reichen nicht, um diese Entwicklung auszubremsen".

Er warnt weiter: "Wir sind aktuell mit mindestens zwei Pandemien konfrontiert. Je mehr man jetzt aufgrund der fallenden Inzidenzen lockert, desto früher wird die dritte Welle mit B.1.1.7 sich entwickeln". Tückisch sei laut Meyer-Hermann dabei, dass die Mutante B 1.1.7. bereits mit einer Reproduktionszahl von grob geschätzt 1,2 expandiere. "Das sieht man nur nicht, weil immer noch die meisten Fälle mit der alten Variante auftreten. Über kurz oder lang wird B.1.1.7 dominieren", so der Forscher.

Forscher plädiert für Beibehaltung der aktuellen Corona-Maßnahmen

Er plädiert daher für eine Beibehaltung der aktuellen Corona-Maßnahmen. Durch diese lasse sich die Expansion der Mutante so lange verzögern, dass die Fallzahlen hinreichen sinken würden. Mit der dadurch besseren Nachverfolgbarkeit ließe sich eine dritte Welle noch abfangen, prognostiziert der System-Immunologe abschließend.

Verwendete Quellen:
- Deutsche Presse-Agentur
- eigener Bericht

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