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USA liefern erste Teile für Raketenabwehrsystem in Südkorea

Teile der Abwehrraketen des Typs THAAD werden auf der Osan Air Base, südlich von Seoul aus einem Transportflugzeug geladen. Foto: U.S. Forces Korea

Teile der Abwehrraketen des Typs THAAD werden auf der Osan Air Base, südlich von Seoul aus einem Transportflugzeug geladen. Foto: U.S. Forces Korea

Einen Tag nach den jüngsten Raketentests durch Nordkorea haben die USA mit der umstrittenen Stationierung eines neuen Raketenabwehrsystems in Südkorea begonnen.

Die ersten Elemente des THAAD-Systems (Terminal High Altitude Area Defense) seien in Südkorea eingetroffen, teilte das Kommando der US-Streitkräfte im Pazifik mit. Die geplante Stationierung in diesem Jahr wird außer von Nordkorea auch von China und Russland kritisiert, die ihre Sicherheitdurch die modernenamerikanischen Abwehrraketen und Radargeräte in der Nachbarschaft bedroht fühlen.

Angesichts der laufenden Frühjahrsübungen der südkoreanischen und amerikanischen Streitkräfte verstärkte Nordkorea unterdessen seine Drohgebärden. Nach den international verurteilten Tests vier ballistischer Raketen vom Montag sprachen die Staatsmedien von einer Übung, um «Stützpunkte der imperialistischen Aggressor-Streitkräfte der USA in Japan» zu treffen. In Japan sind 54.000 US-Soldaten stationiert, in Südkorea sind es 28.500.

Der US-Kommandeur Harry Harris verteidigte die Stationierung einer THAAD-Batterie in Südkorea gegen Kritik. Die Provokationen Nordkoreas einschließlich seiner Raketentests vom Montag hätten gezeigt, dass die Entscheidung der beiden Alliierten im vergangenen Jahr richtig gewesen sei. In seiner Erklärung betonte das Pazifik-Kommando, das THAAD-System solle ausschließlich der Verteidigung gegen nordkoreanische Bedrohungen dienen.

Die US-Streitkräfte brachten nach Berichten südkoreanischer Medien unter anderem die ersten zwei Abschussvorrichtungen für die THAAD-Raketen nach Südkorea, die Aufstellung könne bis frühestens April abgeschlossen werden. Das System soll etwa 300 Kilometer südlich von Seoul installiert werden.

China protestierte heftig gegen die eingeleitete Stationierung. «Wir fordern alle Beteiligten auf, die Aufstellung abzusagen und damit zu verhindern, weiter einen Irrweg zu verfolgen», sagte der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, in Peking. China fürchtet eine Eskalation mit Nordkorea, sieht das Gleichgewicht in Ostasien und seine eigenen Sicherheitsinteressen bedroht.

Wegen THAAD haben sich auch die Beziehungen Südkoreas zu China abgekühlt. Wegen der Entscheidung, ein Grundstück für THAAD zur Verfügung zu stellen, sieht sich unter anderem der Kaufhauskonzern Lotte in China heftiger Kritik ausgesetzt. Der südkoreanische Rundfunksender KBS berichtete, es gebe ein Boykott gegen Lotte.    

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un warnte unterdessen, dass die Situation auf der koreanischen Halbinsel so ernst sei, dass «zu jeder Zeit ein Krieg ausbrechen kann». Die strategischen Streitkräfte habe er angewiesen, ihre hohe Wachsamkeit beizubehalten, um die Feinde auszulöschen, wenn die Partei dies befehlen sollte, wurde er von den Staatsmedien zitiert. Kim habe den gleichzeitigen Start der vier Raketen persönlich angeordnet und beobachtet. Der Zeitpunkt der Übung wurde nicht genannt.

Nach Angaben Südkoreas und Japans flogen die Raketen bei den Tests am Montag etwas 1000 Kilometer in Richtung japanische Küste. Drei von ihnen stürzten innerhalb der 200-Meilen-Zone vor Japan ins Wasser. Die Tests wurden auch als Protest gegen die Militärmanöver in Südkorea gesehen. Nordkorea unterstellt den USA und Südkorea, mit ihren regelmäßigen Militärübungen einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder aber bestreiten.

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea, das wegen seines Atomprogramms international isoliert ist, Tests von Raketen unter Verwendung ballistischer Raketentechnik. Der UN-Sicherheitsrat will sich nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap voraussichtlich am Mittwoch auf Antrag Südkoreas, der USA und Japans mit den verbotenen nordkoreanischen Raketentests befassen.

© WhatsBroadcast
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