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Dax mit Wochenplus trotz Tagesverlusten

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat eine wechselhafte Woche am Freitag mit Kursabschlägen beendet. Zum Handelsende notierte der deutsche Leitindex 0,60 Prozent im Minus bei 12.096,40 Punkten.

Damit blieb er aber immerhin über seinen Tagestiefs und behauptete auf Wochensicht einen Gewinn von 0,42 Prozent. Der MDax, in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, sank am Freitag letztlich um 0,82 Prozent auf 25.258,70 Punkte.

Niemand wolle am kommenden Montag auf dem falschen Fuß erwischt werden, sagte Andreas Lipkow, Marktexperte der Comdirect Bank. Insbesondere die unsichere Lage im Nahen Osten und die Umsatzwarnung des US-Halbleiterkonzerns Broadcom sorgten für Zurückhaltung.

Zudem warten die Anleger weiter gespannt auf ein mögliches Treffen von US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping auf dem G20-Gipfel Ende Juni - hier dürfte der Handelskonflikt beider Länder im Mittelpunkt stehen.

Diese Unsicherheit bekam auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 etwas zu spüren: Er verabschiedete sich 0,39 Prozent schwächer bei 3379,19 Zählern ins Wochenende. Die nationalen Indizes in Paris und London gaben ebenfalls moderat nach. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsende knapp im Minus.

Besonders heftig erwischte es europaweit Technologiewerte, nachdem der US-Halbleiterkonzern Broadcom für das laufende Jahr seine Umsatzprognose gesenkt hatte. Ein wesentlicher Grund für den Pessimismus sei der Handelsstreit mit China, der die Nachfrage drücke. Infineon-Papiere rutschten daraufhin am Dax-Ende um über fünf Prozent auf das Niveau von Herbst 2016 ab. Aixtron sanken um mehr als drei Prozent auf den Stand von Anfang April und Siltronic um gut fünfeinhalb Prozent auf das Niveau im Frühjahr 2017. Dialog Semiconductor büßten nach der jüngsten Erholung gut zweieinhalb Prozent ein.

Beim IT-Dienstleister Bechtle sorgte eine nachlassende Umsatzdynamik für einen Kurssturz von letztlich zwölfeinhalb Prozent - das bedeutete den letzten Platz im MDax. Laut Aussagen von Vorstandschef Thomas Olemotz dürfte das Umsatzwachstum aus eigener Kraft im laufenden Jahr schwächer als 2018 sowie im ersten Quartal 2019 ausfallen.

Die Aussagen klängen erst einmal sehr vorsichtig, kommentierte Experte Frederik Altmann von Alpha Wertpapierhandel. Doch Olemotz habe nichts Neues gesagt, sondern bekräftigt, 2019 Umsatz und Ergebnis sehr deutlich zu steigern. Deshalb werde sich der Ausverkauf bei der zuletzt gut gelaufenen Aktie «als übertrieben herausstellen». Ende Mai hatte das Bechtle-Papier bei 110,80 Euro ein Rekordhoch erreicht.

Eine Abstufung der Investmentbank Oddo BHF belastete Rheinmetall. Vortags waren die Aktien noch auf den höchsten Stand seit einem Jahr geklettert. Analyst Harald Eggeling sieht eine Reihe von Risiken für den Autozulieferer und Rüstungskonzern. Dazu gehörten die Auswirkungen der veränderten politischen Landschaft in Deutschland auf das Rüstungsgeschäft. Dagegen hält Eggelings UBS-Kollege Sven Weier diese Sorgen für übertrieben. Am Ende blieben die Titel trotz des Minus' von mehr als drei Prozent klar über ihrem Tagestief.

Im Nebenwerte-Index SDax bauten Varta ihre jüngste Rally aus und schafften mit 52,30 Euro einen Rekordstand. Am Ende notierten sie knapp dreieinhalb Prozent im Plus. Seit Anfang Juni schossen sie insbesondere dank der erfolgreichen Kapitalerhöhung, mit der ein Kapazitätsausbau bezahlt werden soll, bis zu 22 Prozent nach oben.

Aktien des Online-Händlers für Tierbedarf Zooplus gewannen am Freitag über sechs Prozent und knackten damit den Abwärtstrend seit Mai 2018. Für Bewertungsfantasie sorgte der fulminante Börsengang von US-Konkurrent Chewy.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf ein Rekordtief von minus 0,30 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 144,40 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,08 Prozent auf 171,74 Punkte. Ein Euro kostete zuletzt 1,1219 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1265 (Donnerstag: 1,1289) Dollar festgesetzt.

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