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Netzagentur: Werden Vodafone und Telekom gleich behandeln

Jochen Homann, hier 2013, ist Präsident der Bundesnetzagentur. Foto: Oliver Berg

Jochen Homann, hier 2013, ist Präsident der Bundesnetzagentur. Foto: Oliver Berg

Bonn (dpa) - Nach der geplanten Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia durch Vodafone will der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, den Kabelmarkt genau unter die Lupe nehmen.

«Wir werden genau hinschauen, ob es irgendwo Regionen oder Lokalitäten gibt, wo das Kabel dann dominant und marktmächtig ist», sagte Homann der Deutschen Presse-Agentur. «Und dann müsste gegebenenfalls natürlich auch das Kabel in diesen Fällen reguliert werden. Da würden wir Vodafone nicht anders behandeln als die Telekom.»

Für 18,4 Milliarden Euro will Vodafone den britischen Kabelanbieter Liberty Global und damit die deutsche Tochter Unitymedia übernehmen. Dem Kauf müssen noch die Kartellbehörden zustimmen. Damit würde Vodafone den Großteil der bundesweiten Fernsehkabel-Infrastruktur kontrollieren und könnte dem Marktführer Telekom bei Breitband-Geschwindigkeiten erheblich Konkurrenz machen.

«Da wird ja zunächst mal der Wettbewerbsdruck auf den anderen großen Anbieter steigen. Das ist ja durchaus erwünscht», sagte Homann - «wenn der Druck vom Kabel dazu führt, dass die Glasfaser schneller ausgebaut wird».

Die Telekom will bis Ende des kommenden Jahres über die Aufwertung ihrer Kupferkabel mit der sogenannten Super-Vectoring-Methode für rund 95 Prozent aller Haushalte Internet-Geschwindigkeiten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde ermöglichen. Mit der technischen Aufwertung von Fernsehkabeln wirbt Vodafone mit Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Megabit (1 Gigabit) pro Sekunde.

Dieses Tempo wird auch beim Kabel in der Regel aber nur im Download erreicht. Wer Daten verschicken will, muss sich noch auf deutlich langsamere Übertragungsraten einstellen. Zudem teilen sich mehrere Anschlüsse ein Kabel, was auch Download-Geschwindigkeiten verringert. Gefördert wird von der Politik daher nur der Ausbau mit Glasfaser.

Auf die Nachfrage danach zu warten, macht aus Homanns Sicht keinen Sinn. «Dann verpassen wir den Zeitpunkt, zu dem wir die Bandbreiten brauchen», sagte der Netzagentur-Chef. «Ich bin der Meinung, dass hier die Infrastruktur vorgebaut werden muss, allein schon wegen der langen Vorlaufzeiten, bis Glasfasern tatsächlich verlegt sind.»

Klare Vorstellungen hat Homann auch bei der Post. Hier fordert er eine Überarbeitung des inzwischen 20 Jahre alten Postmarkt-Gesetzes. «Die Frage stellt sich doch: Ist das Postmarkt-Gesetz noch zeitgemäß? Es gibt auch nach Einschätzung der Politik Anlass, dies zu modernisieren und anzupassen.» Hintergrund sind unter anderem die rasanten Veränderungen auf dem hart umkämpften Paketmarkt durch den stetig steigenden Onlinehandel.

Anders als das Briefgeschäft ist dieser Markt nicht lizenziert, wird also von der Bundesnetzagentur nicht reguliert. Jüngst kündigte die Behörde an, sich mit einer Umfrage unter 17.000 Kurier-, Express- und Paketdienstleistern einen tieferen Einblick zu verschaffen.

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