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Entweichende Luft erzeugt Geräusch beim Fingerknacken

Ob es schädlich für die Gelenke ist, seine Finger knacken zu lassen, beantwortet die neue Analyse nicht. Foto. Marijan Murat Foto: Marijan Murat

Ob es schädlich für die Gelenke ist, seine Finger knacken zu lassen, beantwortet die neue Analyse nicht. Foto. Marijan Murat Foto: Marijan Murat

Berlin (dpa) - Manche entspannt es, andere zucken schon beim Geräusch mit Grausen zusammen: Beim Fingerknacken scheiden sich die Geister. Auch die Wissenschaft ist bei dem Thema zwiegespalten: Sind es die Gelenkknochen selbst oder andere Faktoren, die das Geräusch entstehen lassen?

Mit einer mathematischen Analyse untermauern Forscher nun die Theorie, dass kleine Gasbläschen in der sogenannten Synovia-Flüssigkeit im Spalt zwischen den Gelenkknochen das Geräusch verursachen.

Das Gas ist normalerweise in der zähen Gelenkschmiere gelöst, wie Chandran Suja von der Stanford Universität (Kalifornien) und Abdul Barakat von der École Polytechnique in Palaiseau (Frankreich) im Fachjournal «Scientific Reports» erläutern. Beim Auseinanderziehen entsteht demnach zunächst ein Unterdruck und es perlen Gasbläschen aus - ähnlich wie beim Öffnen einer Flasche Sprudel.

Springen die Gelenkflächen dann auseinander, steigt der Druck plötzlich, wie Chandran Suja erklärt. In der Folge verkleinerten sich die Gasbläschen rasant, was wiederum zu Druckschwankungen führe. «Das ist das Geräusch, das wir hören.» Zusammen mit Barakat berechnete Suja die möglichen Druckschwankungen mithilfe eines mathematischen Modells.

Bis zu 83 Dezibel könne das Knacken laut sein, erklären die Forscher. Danach verkleinerten sich die Blasen langsam weiter, das Gas werde wieder in der Synovia-Flüssigkeit gelöst - «ohne ein Geräusch zu machen», wie Suja sagt. Dieser Vorgang könne rund 15 bis 20 Minuten dauern.

Ob es schädlich für die Gelenke ist, seine Finger knacken zu lassen, beantwortet die neue Rechnung nicht. Einige Experten gehen davon aus, dass Menschen damit ihre Gelenke ausleiern. «Wer das mehrmals täglich macht, kann damit die Gelenke lockern», warnte Jacqueline Detert von der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie an der Charité-Universitätsmedizin Berlin einmal.

Die schlechte Studienlage lasse aber durchaus die Schlussfolgerung zu, dass es sich nicht um ein allzu großes Problem handele. «Wir hätten vermutlich bereits bemerkt, wenn Menschen, die ihre Gelenke knacken lassen können, häufiger Probleme mit diesen Gelenken haben», sagte die Orthopädin Caroline Werkmeister, Leiterin des Athleticums am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

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