Alarmierende Zahlen: Immer mehr Kita-Betreuer:innen im Saarland wegen psychischer Leiden krank

Beschäftigte aus dem Saarland, die in der Kindererziehung und -betreuung arbeiten, sind deutlich häufiger wegen psychischer Erkrankungen arbeitsunfähig als in anderen Branchen. Das geht aus den Zahlen des aktuellen "Barmer"-Gesundheitsreports hervor. Die Krankenkasse berichtet von "alarmierenden Zahlen" und sieht aufgrund der immer weiter steigenden Belastungen dringenden Handlungsbedarf:
Wer in einer Kita arbeitet, wird deutlich häufiger psychisch krank als in anderen Berufen. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Axel Heimken
Wer in einer Kita arbeitet, wird deutlich häufiger psychisch krank als in anderen Berufen. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Axel Heimken

Kita-Beschäftigte im Saarland deutlich häufiger arbeitsunfähig als Beschäftigte in anderen Branchen

Wer im Bereich der Kindererziehung und -betreuung im Saarland arbeitet, wird deutlich häufiger krank als in anderen Branchen. Das zeigen die Zahlen des „Barmer“-Gesundheitsreports, den die Krankenkasse am heutigen Dienstag (19. April 2022) veröffentlichte. Untersucht wurden 26 Berufsgruppen im Jahr 2020. Demnach meldeten sich die Beschäftigten, die im Saarland in Einrichtungen zur Kindererziehung und -betreuung arbeiten, im Durchschnitt rund 30,0 Tage arbeitsunfähig. Zum Vergleich: Bei allen anderen saarländischen Beschäftigen waren es im Schnitt lediglich 21,3 Arbeitsunfähigkeitstage.

Besonders viele Krankmeldungen wegen psychischer Erkrankungen

Der häufigste Grund für die Krankschreibungen bei den Beschäftigten in der Kinderbetreuung und -erziehung aus dem Saarland waren laut „Barmer“ psychische Erkrankungen wie Depressionen. Diese verursachten durchschnittlich 8,9 Arbeitsunfähigkeitstage. Das sind knapp doppelt so viele wie im Landesdurchschnitt aller anderen Berufe, der bei 4,7 Arbeitsunfähigkeitstagen liegt.

Krankenkasse spricht von „alarmierenden Zahlen“ und fordert besseres Gesundheitsmanagement

„Die Arbeit mit Kindern ist sehr fordernd und bringt eine hohe Verantwortung mit sich. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie dürfte die Belastungen unter anderem durch die Umsetzung von Hygienekonzepten und Notbetreuungen weiter gestiegen sein“, erläutert Dunja Kleis, die Landesgeschäftsführerin der „Barmer“ im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Gerade vor diesem Hintergrund seien die für den Gesundheitsreport ermittelten Zahlen „alarmierend“.

„Wer in der Kindererziehung und -betreuung arbeitet, leistet einen unverzichtbaren Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in unserer Gesellschaft. Die Gesundheitsförderung dieser Berufsgruppe muss stärker in den Fokus gerückt werden. Die Arbeitgeber in den Einrichtungen zur Kindererziehung und -betreuung müssen ihre Anstrengungen beim betrieblichen Gesundheitsmanagement intensivieren“, fordert Kleis im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen.

Verwendete Quellen:
– Gesundheitsreport der Krankenkasse „Barmer“ für das Saarland vom April 2022