Bilanz nach Schwergewitter: Saarland kommt mit kleineren Schäden und vier Verletzten davon

In der vergangenen Nacht zogen schwere Gewitter über das Saarland. Es kam zu Starkregen, Blitzschlägen und Sturmböen. Der Schaden hält sich glücklicherweise jedoch in Grenzen:
Ein Blitz über Homburg. Das Saarland kam beim Schwergewitter am Samstag (29. Juni 2024) jedoch glimpflich davon. Foto: Alexander Wolf/dpa-Bildfunk
Ein Blitz über Homburg. Das Saarland kam beim Schwergewitter am Samstag (29. Juni 2024) jedoch glimpflich davon. Foto: Alexander Wolf/dpa-Bildfunk

„Das Saarland hat die Schwergewitterlage vergangene Nacht gut überstanden.“ Das berichtet das Innenministerium am Sonntag (30. Juni 2024). Am Samstagabendwaren schwere Gewitter mit Sturmböen, Starkregen und Blitzschlägen über die Region gezogen.

Umgestürzte Bäume, Wasserschäden und Stromausfälle

Demnach seien großflächige Schäden ausgeblieben. Zu verzeichnen seien „nur“ mehrere umgestürzte Bäume, kleinere Wasserschäden und partielle Stromausfälle. Wer den Wald betreten will, sollte sich weiterhin vorab bei den zuständigen Förstern informieren. Es könnten Bäume entwurzelt oder Äste gebrochen sein.

Vier Menschen bei Pavillon-Abbau verletzt

Vier Personen erlitten Verletzungen, als ein Pavillon vom starken Wind weggeweht wurde. Sie hatten gegen 22.00 Uhr in Heusweiler versucht, einen Cocktailstand abzubauen. Dabei erfasste eine Böe den Pavillon und riss ihn aus der Verankerung. Umherfliegende Teile verletzten insgesamt vier Personen leicht. Ein 21-Jähriger aus Püttlingen musste für weitere Untersuchungen in ein Krankenhaus.

Toto-Bad vorläufig geschlossen, Events auf der Kippe

Das Toto-Bad in Saarbrücken muss wegen Unwetter-Schäden vorerst geschlossen bleiben. Außerdem fällt der „Tag der offenen Tür“ am Kraftwerk Römerbrücke wegen Verwüstungen aus. Das Biosphärenfest Bliesgau kann derweil nach einer Begehung des Geländes in Kleinblittersdorf stattfinden.

140 Unwetter-Einsätze im Saarland

Insgesamt 140 Unwetter-Einsätze seien in allen saarländischen Landkreisen verzeichnet worden, die meisten im Regionalverband Saarbrücken. Die Feuerwehr der Landeshauptstadt verzeichnete 84 Einsätze im Stadtgebiet. Im Landkreis St. Wendel wurden derweil nur 8 Einsätze gemeldet. Die Einsatzkräfte von Feuerwehren und Katastrophenschutz waren gut vorbereitet und koordiniert: Die Behörden hatten sich vorab intensiv abgestimmt. So waren sie rechtzeitig in ausreichender Stärke einsatzbereit in Bereitschaft.

Eine Unwetterzelle baut sich über Homburg auf. Foto: Alexander Wolf/dpa-Bildfunk

Gewitter fiel laut DWD weniger heftig aus als vorhergesagt

Die Gewitter fielen glücklicherweise nicht ganz so heftig aus, wie prognostiziert. Wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Sonntagmorgen mitteilte, habe es „nur ganz vereinzelt schwere Sturmböen und orkanartige Böen gegeben“ – vor allem in Rheinland-Pfalz und in Hessen. „Wir dachten aufgrund von Modellen, dass das ein bisschen flächiger auftritt, aber das ist tatsächlich nicht passiert.“ Die stärkste Böe verzeichnete Frankenberg in Hessen mit 107 Kilometern pro Stunde. „Ansonsten blieb es in der Regel unter 100 km/h„, so der Sprecher. Teilweise fiel dabei heftiger Starkregen. Zwischen 30 und 40 Liter pro Quadratmeter fielen gebietsweise in kurzer Zeit. Punktuell seien auch 50 bis 60 Liter niedergegangen.

17.000 Blitze pro halbe Stunde im Saarland

Zudem sei die Blitzaktivität „sehr, sehr hoch“ gewesen. Bundesweit geht der DWD von über 100.000 Blitzen in der Nacht aus. Um Mitternacht herum zählten die Meteorologen 22.000 Blitze pro halbe Stunde. Der Schwerpunkt lag dabei in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, wo knapp 17.000 Blitze pro halbe Stunde verzeichnet worden seien.

Minister Jost dankt Einsatzkräften und Bevölkerung

„Mein großer Dank gilt allen Einsatzkräften bei den Feuerwehren und der Polizei sowie den Leitungs- und Führungsstäben in den Landkreisen und auf Landesebene für ihren unermüdlichen Einsatz. Ebenso danke ich den Saarländerinnen und Saarländern für ihre Vorsicht und ihr Verständnis während der Unwetterlage“, so Innenminister Reinhold Jost.

Glimpflicher Ausgang dank Warnung und Vorsichtsmaßnahmen

Die Bevölkerung war im Vorfeld durch Behörden und Medien intensiv gewarnt worden, damit sie sich auf Gefahren vorbereiten konnten. Auch per Cell Broadcast wurde eine Warnung auf Handys geschickt. Die Prognosen hatten erhebliche Schäden befürchten lassen. „Die getroffenen Vorsichtsmaßnahmen und das verantwortungsvolle Verhalten und Handeln aller Saarländerinnen und Saarländer aufgrund der behördlichen Warnungen haben dazu beigetragen, dass die Folgen der Gewitterfront im Saarland letztendlich weniger gravierend ausfielen„, so das Ministerium.

Verwendete Quellen:
– Innenministerium des Saarlandes
– Eigener Artikel