Kein Haftbefehl nach tödlichem Nachbarschaftsstreit in Güdingen

Nach dem tödlichen Nachbarschaftsstreit in Saarbrücken-Güdingen will die Staatsanwaltschaft keinen Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter erlassen. Laut ersten Ermittlungen handelte dieser wohl aus Notwehr.
Der mutmaßliche Täter im tödlichen Nachbarschaftsstreit in Güdingen handelte wohl aus Notwehr. Foto: BeckerBredel
Der mutmaßliche Täter im tödlichen Nachbarschaftsstreit in Güdingen handelte wohl aus Notwehr. Foto: BeckerBredel

Am Mittwoch (12. Oktober 2022) kam es auf der Irgenhöhe in Saarbrücken-Güdingen zu einem Nachbarschaftsstreit mit tödlichem Ausgang. Laut Obduktion starb das Opfer, ein 44-Jähriger, an einer Stichverletzung am Oberkörper.

Mutmaßlicher Täter schwer verletzt im Krankenhaus

Der mutmaßliche Täter (69) befindet sich aktuell noch im Krankenhaus. Er hatte bei der Auseinandersetzung – wohl durch Schläge – schwere Verletzungen am Kopf davongetragen. Zudem wies er Schnitt und Stichwunden an Nacken und Kopf auf. Wie der SR berichtet, konnte er inzwischen vernommen werden. Die Staatsanwaltschaft stellte jedoch bislang keinen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls.

Ermittlungen deuten auf Notwehr hin

Die aktuellen Ermittlungen wegen Verdachts auf Totschlag deuteten darauf hin, dass der 69-Jährige aus Notwehr gehandelt hatte. Dafür sprächen sowohl die Aussage des Verdächtigen, als auch die Ergebnisse der Rechtsmedizin in Homburg. Staatsanwalt Mario Krah bestätigte dies auch der Saarbrücker Zeitung. Die weiteren Ermittlungen sollen zeigen, ob ein Tötungsvorsatz des Beschuldigten anzunehmen ist.

Auslöser war eine gemeldete Ruhestörung

Den bisherigen Ergebnissen nach brach in der Nacht zum Mittwoch vor der Wohnungstür des 69-Jährigen ein Streit zwischen den Männern aus. Der Anlass: Der ältere Mann hatte sich beim Sicherheitsdienst des Hochhauses über eine Ruhestörung durch den 44-Jährigen beschwert. Dieser wollte ihn deshalb gemeinsam mit einem Bekannten zur Rede stellen.

Beide Männer sollen mit Messern aufeinander losgegangen sein

Wie Anwohner:innen berichteten, sollen daraufhin beide Männer mit Messern aufeinander losgegangen sein. Sie verletzten sich dabei gegenseitig. Der 44-Jährige verstarb trotz Erstversorgung noch im Treppenhaus.

Die Polizei stellte die gefundene Tatwaffe sicher. Das Wohnhaus ist für die übrigen Bewohner:innen weiter zugänglich. Die betroffenere Etage ist jedoch weiterhin gesichert.

Verwendete Quellen:
– Saarländischer Rundfunk
– Saarbrücker Zeitung