Lafontaine kritisiert 2G-Pläne der Saar-Regierung: „Treiben Infektionszahlen in die Höhe“

Der saarländische Linken-Politiker Oskar Lafontaine kritisiert die Landesregierung für die geplanten Corona-Maßnahmen. Eine 2G-Regelung treibe die Infektionszahlen nach oben.

Oskar Lafontaine glaubt, dass eine 2G-Regelung die Infektionszahlen im Saarland in die Höhe treiben werde. Archivfoto: BeckerBredel

Die saarländische Landesregierung plant aktuell, den Zugang zu Gastronomie, Clubs und Veranstaltungen in Innenräumen nur noch Geimpften und Genesenen zu erlauben. Ein negativer Corona-Test soll als Nachweis dagegen nicht mehr ausreichen. Oskar Lafontaine (Linke) hält das für eine Fehlentscheidung. Die Ausgrenzung von Ungeimpften sei nicht nur eine Zumutung für die Betriebe und vertiefe die Spaltung der Gesellschaft. 2G treibe auch die Inzidenzen in die Höhe.

Lafontaine fordert verstärkte Testungen für alle

„Wenn sich Geimpfte und Genesene in Innenräumen treffen können, ohne negativ getestet zu sein, werden die Corona-Infektionszahlen weiter steigen. Wenn man ernsthaft etwas gegen die sich schnell ausbreitende Delta-Variante tun will, muss man verstärkt auf Testungen setzen„, so Lafontaine.

Da auch Geimpfte das Virus verbreiten können, müssten demnach auch diese getestet werden – die sogenannte 1G-Regel. Die Regierung habe trotz dieser Erkenntnis zu spät gegengesteuert. Insbesondere in Alten- und Pflegeheimen, wo besonders gefährdete Menschen leben, brauche es ständige Tests aller Bewohner:innen, Patient:innen, Beschäftigten und Gäste.

Nicht alle Experten halten 1G für die Lösung

Der Landesregierung wirft Lafontaine dabei vor, die Aussagen von Expert:innen, auf die sie sich sonst gerne berufe, in diesem Fall zu ignorieren. Er führt dabei Mediziner wie Hendrik Streeck, Detlev Krüger, Alexander Kekulé und Christian Drosten an, die Zweifel an einer ausreichenden Wirksamkeit und Sinnhaftigkeit der 2G-Regelung geäußert hatten.

Allerdings halten auch nicht alle der zitierten Mediziner, die von Lafontaine vorgeschlagene Teststrategie für sinnvoll. Sowohl Kekulé als auch Drosten etwa glauben nicht, dass die sogenannte 1G-Lösung praktikabel und umsetzbar sei. Beide sprachen sich vielmehr für Beschränkungen wie etwa eine Obergrenze aus.

Lafontaine polarisiert mit Corona-Einschätzungen

Oskar Lafontaine polarisierte bereits in der Vergangenheit mit seinen Einschätzungen zu Corona-Maßnahmen. So bezeichnete er den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach noch vor wenigen Monaten als „Covid-Heulboje“ und warf ihm Panikmache angesichts der Delta-Variante vor. Zuletzt sorgte er für Aufsehen, als er dem ungeimpften Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich attestierte, er könne „klarer denken als einige der sogenannten Experten„.

Verwendete Quellen:
– Pressemitteilung von Oskar Lafontaine
– Eigene Artikel
– Eigene Recherche