Saar-Apotheken kündigen Streik an

Ein geplantes Gesetz soll Apotheken künftig zu Sparmaßnahmen zwingen. Dagegen wollen die Apotheken im Saarland jetzt protestieren: Sie haben einen Streik angekündigt.
Die Saar-Apotheken sind für kommende Woche zum Streik aufgerufen. Foto: dpa-Bildfunk
Die Saar-Apotheken sind für kommende Woche zum Streik aufgerufen. Foto: dpa-Bildfunk

Der Saarländische Apothekerverein (SAV) hat seine Mitglieder dazu aufgerufen, am 19. Oktober zu streiken. Das berichten die „Pharmazeutische Zeitung“ (PZ) und das Online-Magazin „Apotheke Adhoc“ am heutigen Montagmorgen (10. Oktober 2022) und berufen sich dabei auf ein Ankündigungsschreiben des Vereins.

Saar-Apotheken schließen um 12.00 Uhr

Demnach sollen die Apotheken an dem Tag um 12.00 Uhr schließen. Ausgenommen seien diejenigen Apotheken, die zur Dienstbereitschaft eingeteilt sind. „Schließlich wollen wir unseren Protest zwar spürbar, aber nicht auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten austragen“, zitieren die Medien aus dem Schreiben.

Umstrittenes Gesetz im Bundestag

Grund für den Streik ist das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, das am 20. Oktober im Bundestag beschlossen werden soll. Es sieht unter anderem vor, dass der Kassenabschlag in den nächsten zwei Jahren auf zwei Euro erhöht wird.

Zahlreiche Apotheken schlossen seit 2013

Die Erhöhung des Kassenabschlags bürde „der deutschen Apothekerschaft zusätzliche Lasten auf, die gerade in Hinblick auf die galoppierende Inflation, die extremen Steigerungen im Energiesektor sowie die drastisch gestiegenen Lohnkosten nicht hinnehmbar sind“, heißt es laut „Apotheke Adhoc“ in dem Ankündigungsschreiben.

„Mit den nunmehr beschlossenen Kürzungen werden viele Kolleginnen und Kollegen regelrecht in den wirtschaftlichen Ruin getrieben“ schreibt der SAV. Seit 2013 und damit seit der letzten Honorarerhöhung hätten 15 Prozent aller saarländischen Apotheken für immer schließen müssen.

Laut „PZ“ sei zu bezweifeln, dass der Streik die Verabschiedung des Gesetzes verhindern wird. Die Bundesregierung hatte erklärt, dass die Apotheken nach zwei umsatzstarken Corona-Jahren solche Sparmaßnahmen vertragen können.

Verwendete Quellen:
– Pharmazeutische Zeitung
– Apotheke Adhoc