Personalmangel bei Schwimmbädern an der Saar – „Es ist extrem schwierig“

Etliche Schwimmbäder im Saarland - sowie in Rheinland-Pfalz - leiden in dieser Saison besonders stark unter Personalmangel. Zu den Gründen meldete sich der Landesvorsitzende des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister zu Wort:
Wegen fehlendem Personal geht bei den Freibädern an der Saar die Sorge um. Foto: picture alliance/dpa | Friso Gentsch
Wegen fehlendem Personal geht bei den Freibädern an der Saar die Sorge um. Foto: picture alliance/dpa | Friso Gentsch

Schwimmbäder suchen Personal – „Es ist extrem schwierig“

Etliche Schwimmbäder im Saarland und in Rheinland-Pfalz leiden dieses Jahr besonders stark unter Personalmangel. „Es ist extrem schwierig, Saisonkräfte zu bekommen“, sagte der Landesvorsitzende des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister, Michael Schreiner. Der Grund: Nach zwei Jahren Corona-Pandemie sei der Markt leer gefegt, weil sich Mitarbeiter:innen umorientiert hätten. „So schlimm wie dieses Jahr habe ich es noch nicht empfunden in den zurückliegenden Jahren“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Diese Freibäder im Saarland sind geöffnet

Es fehle auch an Schwimmmeister:innen. „Wir brauchen eine massive Ausbildungskampagne“, forderte Schreiner. Bundesweit spreche man derzeit von 2.500 bis 3.000 unbesetzten Stellen. In Rheinland-Pfalz sind seiner Einschätzung nach 50 bis 100 Fachkräfte mehr nötig. In den Sommermonaten würden Fachangestellte für Bäderbetriebe von Rettungsschwimmer:innen, Studierenden und Schüler:innen saisonal unterstützt. „Sie sind im Moment aber nicht verfügbar.“

Öffnungszeiten eingeschränkt

Die Konsequenz sei, dass einige Bäder im Saarland und in Rheinland-Pfalz ihre Öffnungszeiten einschränken müssten. „Es geht halt nicht anders.“ Manche seien einen Tag in der Woche geschlossen, andere gingen unter der Woche erst am Nachmittag an den Start, berichtete Schreiner, der im Felsland Badeparadies im pfälzischen Dahn arbeitet.

Wie geht es weiter?

Mit Sorge blickt Schreiner auch auf die nächsten Jahre. Viele Fachkräfte stammten aus den Jahrgängen 1958 bis 1962 und gingen dann in Rente. „Dann wird es sehr, sehr große Lücken geben“, sagte er. Und die Ausbildungszahlen seien derzeit auch nicht rosig.

In Trier, wo die Azubis von Rheinland-Pfalz und dem Saarland komplett beschult würden, befinden sich in der Abschlussklasse des dritten Jahres derzeit 43 Schüler:innen. Im zweiten Schuljahr seien es um die 40 und im ersten Jahr nur noch 27.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur