Wie ein Saarländer zum EM-Helden wurde und Fußball-Geschichte schrieb

Vor acht Jahren hat der Saarländer Jonas Hector bei der Fußball-Europameisterschaft im Trikot der deutschen Nationalmannschaft Fußballgeschichte geschrieben. Wir blicken auf diesen ganz besonderen Moment zurück:
Saarländer Jonas Hector verwandelte im Viertelfinale der EM 2016 den entscheidenden Elfmeter gegen Italien und sorgte für großen Jubel in ganz Deutschland. Archivfoto: Christian Charisius/dpa-Bildfunk
Saarländer Jonas Hector verwandelte im Viertelfinale der EM 2016 den entscheidenden Elfmeter gegen Italien und sorgte für großen Jubel in ganz Deutschland. Archivfoto: Christian Charisius/dpa-Bildfunk

Es ist das Viertelfinale der Europameisterschaft 2016. In einem echten Klassiker des Fußballs stehen sich Deutschland und Italien gegenüber. Zu diesem Zeitpunkt ist es das bereits neunte Aufeinandertreffen der beiden Nationen in einem großen Turnier. Keines davon konnte Deutschland bis dahin für sich entscheiden (vier Niederlagen und vier Unentschieden). Hierzulande hat sich deshalb schon längst der Begriff „Italien-Fluch“ eingebürgert. Nach 120 Minuten erscheint die Lage erneut wie verhext. Trotz guter Leistung kommt das deutsche Team nicht über ein Unentschieden (1:1) hinaus. Damit geht es ins Elfmeterschießen. 

Es folgen dramatische Szenen, in denen ausgerechnet die Weltstars Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Mesut Özil ihre Elfer verschießen. Einzig der Leistung von Torhüter Manuel Neuer sowie italienischer Fehlschüsse neben das Tor ist es zu verdanken, dass Deutschland überhaupt noch im Spiel ist. Neuer ist es dann auch, der mit einer Glanzparade dafür sorgt, dass der 18. Elfmeter der zugleich entscheidende werden könnte. Antreten wird der Saarländer Jonas Hector. Der Druck, der jetzt auf ihm lastet, ist gewaltig.

Saarländer Jonas Hector wird zum EM-Helden und schreibt Fußball-Geschichte

Der in Saarbrücken geborene Linksverteidiger schnappt sich in der Folge den Ball, legt ihn auf den Punkt, nimmt wenige Schritte Anlauf und schießt rechts unten ins Eck. Italien-Keeper Gianluigi Buffon riecht den Braten, kann aber nicht schnell genug abtauchen. Was dann folgt, sind Szenen purer Ekstase. Unter grenzenloser Freude bejubeln die deutschen Nationalspieler den Halbfinaleinzug auf dem Rasen. Und Jonas Hector wird damit zum EM-Helden, der den „Italien-Fluch“ beendet und gleichzeitig ein Kapitel deutscher Fußball-Geschichte mitschreibt.

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„Man muss das Herz in die Hand nehmen und antreten“

Hector selbst beschrieb seinen wohl größten Moment im Trikot der deutschen Nationalmannschaft im Nachgang übrigens sehr sachlich. „Man muss das Herz in die Hand nehmen und antreten“ und „Auf so einer Bühne einen entscheidenden Elfmeter zu schießen, ist ein Moment, der auf jeden Fall in Erinnerung bleibt“, sind die beiden Sätze, die die Reporter dem Saarländer nach seinem Schuss ins Glück entlocken konnten. Vermutlich ist es genau diese nüchterne und bedachte Art von Hector, die es ihm erlaubt hat, in einem emotional so geladenen Augenblick einen kühlen Kopf zu bewahren.

Was viele nicht wissen und das Ganze umso beachtlicher macht: Jonas Hector hatte bis dahin noch nicht einen einzigen Elfmeter in seiner Profikarriere geschossen. „In der Jugend habe ich zuletzt einen Elfmeter geschossen, im Seniorenbereich noch keinen“, erklärte der 26-Jährige im Nachgang an seinen Schuss. Dass seine Elfer-Premiere gleich so wichtig werden sollte, hatte er sicherlich nicht einmal selbst geahnt. Im kollektiven Gedächtnis der deutschen Fußballfans dürfte der große Moment des Saarländers ganz gewiss noch einige Jahre verweilen.

Verwendete Quellen:
– eigene Recherche