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Biathletinnen Preuß und Herrmann knapp am Podest vorbei

Franziska Preuß erreichte mit Platz vier im Sprint das beste Ergebnis der deutschen Biathletinnen. Foto: Johan Axelsson/Bildbyran via ZUMA Press/dpa

Franziska Preuß erreichte mit Platz vier im Sprint das beste Ergebnis der deutschen Biathletinnen. Foto: Johan Axelsson/Bildbyran via ZUMA Press/dpa

Östersund (dpa) - Franziska Preuß brauchte einen Moment, um wieder zu Kräften zu kommen. Für ihren vierten Platz im Biathlon-Sprint von Östersund verausgabte sich die 25-Jährige völlig, konnte nach dem gelungenen Saisoneinstand im Ziel aber schnell wieder lächeln.

Ohne Schießfehler landete die Bayerin noch vor Denise Herrmann, die mit einer Strafrunde Sechste wurde. Bei den ersten Rennen nach dem Karriereende von Laura Dahlmeier konnten die deutschen Frauen zum Auftakt in Schweden so schon andeuten, dass ihnen auch ohne die Doppel-Olympiasiegerin eine erfolgreiche Zukunft bevorsteht. Preuß fehlten nach 7,5 Kilometern nur 7,3 Sekunden zum Podestplatz.

«Es freut mich extrem, dass ich ohne Fehler durchgekommen bin. Ich nehme mir das immer ganz fest vor, das klappt zum Glück gerade richtig gut», sagte Preuß: «Für den Start bin ich natürlich sehr zufrieden.» Die ehemalige Vize-Weltmeisterin hatte in der Sommerpause zum wiederholten Mal mit starken Rückenschmerzen zu kämpfen und lag wegen Lungenproblemen sogar zwei Wochen im Krankenhaus. Am Samstag hatte Preuß mit Erik Lesser bereits den ersten deutschen Podiumsplatz des WM-Winters geholt. Im nicht-olympischen Single-Mixed reichte es hinter Schweden zum hart erkämpften Rang zwei.

Den Sprint gewann die enorm laufstarke Weltcup-Gesamtsiegerin Dorothea Wierer (1 Fehler) aus Italien vor der Norwegerin Marte Olsbu Roiseland (2) und Marketa Davidova (0) aus Tschechien.

Nicht ganz nach vorne schaffe es Denise Herrmann bei der Rückkehr an den Ort ihrer größten Erfolge. «Ich habe mich ein bisschen schwer getan. Ich habe nicht so zünden können, wie ich wollte», sagte die 30-Jährige, die kurzfristig die durch Dahlmeiers Abschied entstandene Lücke in der erfolgsverwöhnten Mannschaft schließen soll. «Mit dem Schießen bin ich aber zufrieden», sagte Herrmann. Sie verlor zwar viel Zeit am Schießstand, zeigte aber die viertbeste Laufleistung.

Östersund ist für Herrmann ein ganz besonderer Ort, denn vor zwei Jahren holte sie am Storsjön-See nicht nur überraschend ihre ersten beiden Weltcupsiege. Im März wurde die Ex-Langläuferin auch erstmals Weltmeisterin in der Verfolgung und krönte sich mit einer weiteren Silber- und Bronzemedaille zur besten deutschen WM-Teilnehmerin.

Einziger Lichtblick für die deutschen Männer war Johannes Kühn, der auf Platz sechs sprintete und genau wie Preuß und Herrmann sofort die WM-Norm erfüllte. Der 28-jährige Bayer hatte nach zwei Fehlern 28,7 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Norweger Johannes Thingnes Bö. «Wir können bei unserem Mannschaftsergebnis ganz zufrieden sein, dass wir ihn haben. Das war bärenstark», sagte Ex-Weltmeister Lesser.

Insgesamt leisteten sich die fünf Schützlinge von Bundestrainer Mark Kirchner bei teils schwierigen Windbedingungen 16 Fehler - zu viel für den Sprung nach ganz vorne. Ex-Weltmeister Benedikt Doll (4 Fehler) wurde 24. Simon Schempp (2), der wegen Formschwäche die Vorsaison frühzeitig beendet hatte, kam als 32. ins Ziel - direkt gefolgt von Lesser. «Ich ärgere mich sehr über mich, denn ich bin heute umsonst aufgestanden», sagte der 31 Jahre alte Thüringer.

Schon am Vortag war er nicht ganz zufrieden, denn bei Rang zwei im Single-Mixed vergab Lesser den möglichen Sieg mit einer Strafrunde im letzen Schießen. Die Mixedstaffel mit Karolin Horchler, Herrmann, Schempp und Doll konnte als Siebter nicht überzeugen. Dabei leistete sich der Schwarzwälder Doll am Schluss noch eine Extrarunde.

Nach zwei freien Tagen wird der Weltcup am 4. Dezember (16.15 Uhr/ZDF und Eurosport) mit dem Männer-Einzel über 20 Kilometer fortgesetzt. Dabei könnte auch Weltmeister und Olympiasieger Arnd Peiffer seinen Saison-Einstand geben. Der 32-Jährige aus dem Harz verpasste die ersten Wettbewerbe in Skandinavien wegen eines Magen-Darm-Infekts.

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