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Boll und Co. verlieren Finale gegen China

Timo Boll im Duell mit Ma Long aus China. Foto: Jonas Ekstromer/TT News Agency/AP

Timo Boll im Duell mit Ma Long aus China. Foto: Jonas Ekstromer/TT News Agency/AP

Halmstad (dpa) - Am Ende lief alles wie immer. Die deutsche Tischtennis-Nationalmannschaft spielte eine herausragende Team-WM - und war im Endspiel gegen den großen Favoriten China chancenlos.

Ohne den angeschlagenen World-Cup-Sieger Dimitrij Ovtcharov verloren Timo Boll, Ruwen Filus und Patrick Franziska gegen den Titelverteidiger und Olympiasieger mit 0:3. Die Chinesen gewannen im schwedischen Halmstad ihren neunten WM-Titel in Serie und den 21. WM-Titel insgesamt. Schon 2010, 2012 und 2014 hatten sie im Finale die deutsche Mannschaft geschlagen.

«Es ist nicht das erste Mal, dass wir kurz vor dem Ziel noch gestoppt wurden. Aber China hat hochverdient gewonnen. Wir haben hier eine echte Teamleistung gezeigt, und darauf bin ich stolz», sagte Boll.

Dieses Endspiel war für die Deutschen beinahe schon verloren, ehe es überhaupt richtig begann. Der Weltranglisten-Dritte Ovtcharov blieb auf der Bank, weil Form und Trainingsrückstand nach seiner schmerzhaften Verletzung am Schenkelhals einen Endspiel-Einsatz nicht zuließen. Gleich zu Beginn verlor dann auch noch der Weltranglisten-Zweite Boll mit 4:11, 8:11, 3:11 gegen den Einzel-Weltmeister Ma Long. Weniger als 20 Stunden zuvor hatte der 37-Jährige das deutsche Team mit zwei Siegen zum 3:2-Halbfinal-Erfolg gegen Südkorea überhaupt erst in dieses Endspiel gebracht.

Der für Ovtcharov ins Team gerückte Ruwen Filus vom TTC Fulda-Maberzell hatte gegen den Weltranglisten-Ersten Fan Zhendong ebenfalls keine Chance (0:3). Franziska vom 1. FC Saarbrücken, der gegen Südkorea bereits das entscheidende fünfte Match gewonnen hatte, holte zum Abschluss gegen Xu Xin immerhin einen Satz (1:3).

«Natürlich ist man nach so einem Finale erstmal enttäuscht. Aber bei so vielen Problemen, wie wir sie bei dieser WM hatten, glänzt Silber wie Gold», sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf.

Um neben Nationen wie Schweden und Südkorea auch die Tischtennis-Weltmacht China schlagen zu können, kam dieses Turnier für die Deutschen zum falschen Zeitpunkt. Im Herbst 2017 hatten Ovtcharov und Boll die besten Chinesen noch besiegt und dadurch unter anderem den World Cup, die China Open und die neue Asien-Pazifik-Liga T2 gewonnen. Genau in der Zeit, in der erst Ovtcharov und danach auch noch einmal Boll sogar vorübergehend zur Nummer eins der Weltrangliste aufstiegen, änderten sich die Verhältnisse jedoch wieder. Die Deutschen bekamen Verletzungsprobleme, die Chinesen fanden zu alter Stärke zurück. Spätestens mit diesem WM-Finale rückten sie die Machtverhältnisse im Tischtennis wieder zurecht.

Unter dem Strich spielte die deutsche Mannschaft trotzdem eine starke WM - gerade wenn man ihre Leistungen mit denen anderer Top-Nationen vergleicht. Frankreich - schied schon in der Vorrunde aus. Japan - verlor in der Gruppenphase sogar gegen England. «Für mich war die WM eine Achterbahnfahrt. Erst super gestartet, dann kam die Verletzung. Deshalb fühlt sich die Silbermedaille super an», sagte Franziska.

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