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Deutsche Hockey-Damen trauern nach WM-Aus

Die Spanierin Carmen Cano (M) bejubelt ihren Treffer zum 1:0 gegen Deutschland. Foto: Matt Dunham/AP

Die Spanierin Carmen Cano (M) bejubelt ihren Treffer zum 1:0 gegen Deutschland. Foto: Matt Dunham/AP

London (dpa) – Am bitteren Ende flossen die Tränen. Ausgerechnet, als es im ersten K.o.-Spiel der Weltmeisterschaft in London darauf ankam, hielten die bis dahin so souveränen deutschen Hockey-Damen dem großen Druck und auch den eigenen Erwartungen nicht stand.

«Es ist so bitter, ich kann es nicht fassen. Ich weiß es nicht, ich kann es nicht sagen», stammelte Charlotte Stapenhorst am Mittwoch nach der 0:1 (0:0)-Niederlage im WM-Viertelfinale. Denn den Gegner aus Spanien hatten sie in der Gruppenphase noch leicht und locker 3:1 besiegt.

Sogar der Weg ins WM-Endspiel schien für die mit drei Siegen verlustpunktfrei ins Viertelfinale marschierten DHB-Damen geebnet. Denn in der Vorschlussrunde hätte in Irland oder Indien eine durchaus lösbare Aufgabe gewartet. Doch der mit Abstand schlechteste Turnier-Auftritt machte alle deutschen Hoffnungen zunichte.

Auch Bundestrainer Xavier Reckinger war ratlos. Er sprach von «zwei, drei Spielerinnen, die nicht auf ihrem normalen Niveau waren» und mutmaßte: «Das hat vielleicht mit Druck zu tun.» Stapenhorst räumte ein: «Wenn man Holland bis zum Finale aus dem Weg gehen kann, dann denkt man an solche Dinge. Das ist ganz menschlich.» Und Franzisca Hauke musste schluchzend anerkennen: «Unsere Mannschaft ist noch nicht reif genug. Wir haben viele falsche Entscheidungen getroffen.»

Auch Spielführerin Janne Müller-Wieland übte Selbstkritik. «Es ist schwieriger, der Overdog als der Underdog zu sein. Ich fand uns gehemmt, wir hatten Respekt, waren vielleicht eher zu wachsam. Wir müssen uns an die eigene Nase packen», räumte sie ein.

Dennoch hätten die Deutschen weiterkommen müssen. Ihr Team hatte zahlreiche Möglichkeiten, das Match zu entscheiden, doch am Ende jubelte der Weltranglisten-Elfte. «Wenn du kein Tor schießt, kannst du nicht gewinnen», monierte Stapenhorst.

Auch der Bundestrainer hätte sich von seiner WM-Premiere mehr erhofft. «Spanien hat es schlau gemacht, wir nicht», sagte der Belgier und schaute bereits in die Zukunft: «Jetzt beginnt die Vorbereitung auf Tokio. Wir müssen hier individuell die Lernpunkte mitnehmen, auch wenn das Resultat super, super enttäuschend ist.»

Allerdings steht erneut ein Umbruch an: Nike Lorenz und Cécile Pieper verbringen das nächste Semester in den USA, Routinier Jana Teschke geht auf Weltreise. Definitiv bleiben wird Müller-Wieland. «Ich höre nicht mit so einem Mist auf», verriet die 279-malige Nationalspielerin. Wenn ihr Körper mitmacht, sogar bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. «Da ich mal in Japan gelebt habe, hätte ich da schon große Lust drauf», sagte die Hamburgerin.

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