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Eisbären Berlin wollen in DEL-Finale «Reset-Button»

War nach dem 1:4 im dritten Finalspiel in München nicht zufrieden: Eisbären-Coach Uwe Krupp. Foto: Daniel Karmann

War nach dem 1:4 im dritten Finalspiel in München nicht zufrieden: Eisbären-Coach Uwe Krupp. Foto: Daniel Karmann

München (dpa) - Die enttäuschten Berliner Eisbären wollten den argen Final-Dämpfer schnell abhaken und sich neu motivieren - und auch Don Jackson wies jeden Gedanken an eine Vorentscheidung im Titelkampf der Deutschen Eishockey Liga (DEL) von sich.

Um seine Gefühlslage zu illustrieren, behalf sich der Coach des beeindruckend überlegenen EHC Red Bull München mit einem Film-Zitat. «Eishockey ist wie eine Schachtel Pralinen: Man weiß nicht, was man bekommt», sagte Erfolgstrainer Jackson nach dem klaren 4:1-Sieg im Playoff-Duell am Mittwochabend frei nach «Forrest Gump» und grinste.

Understatement auf der einen und (Zweck-)Optimismus auf der anderen Seite sind fester Bestandteil von K.o.-Spielen im Eishockey. Dabei hatten die Münchner als Titelverteidiger ihre Herausforderer in Spiel drei derart im Griff gehabt, dass die Vermutung nahe liegt, dass die Jackson-Truppe in der Form nicht zu schlagen sein wird. Red Bull ist nach zwei Meistertiteln nacheinander wieder klar auf Hattrick-Kurs.

Berlin muss sich am Freitag (19.30 Uhr/Sport1/Telekomsport) steigern, um den 2:2-Ausgleich in der Best-of-Seven-Serie zu schaffen. «Du musst den Reset-Button drücken», forderte Coach Uwe Krupp. Der frühere Bundestrainer wirkte nach der Niederlage erstaunlich gefasst, obwohl sich seine Schützlinge erneut mit Strafzeiten um alle Siegchancen gebracht hatten. Die Gegentore von Yannic Seidenberg, Jon Matsumoto und Michael Wolf fielen bei Berliner Unterzahl. «Wir mussten zu oft foulen», sagte Krupp. Nationalspieler Jonas Müller erklärte: «Das kommt davon, dass wir uns nicht genug bewegt haben.»

Aufgeben ist natürlich keine Option bei den Eisbären, dafür sind im Team zu viele Routiniers, etwa die siebenmaligen Meister André Rankel, Frank Hördler und Jens Baxmann. «Wir können es definitiv besser», betonte Kapitän Rankel. «Das ist kein Ding, was schwer zu verbessern ist. Wir sprechen es einmal an, und dann ist es gut. Wir wissen, was zu tun ist, und deshalb brechen wir nicht in Panik aus.»

Keine Panik in Berlin, keine Überheblichkeit in München: Auch der EHC bemüht sich darum, die Machtdemonstration abzuhaken. «Das war unser bestes Spiel bislang, aber wir müssen das wiederholen», sagte Coach Jackson, der mit den Eisbären einst fünf Meistertitel geholt hatte.

Der Branchenprimus weiß, dass er in Topform ein Klasse für sich ist. Die Truppe mit sieben Olympia-Silbermedaillengewinner besticht durch Entschlossenheit und individuelle Qualität, und das in allen Teilen. Immer wichtiger wird etwa Matsumoto, der eigentlich nur in der vierten Sturmreihe hinter den nominellen Stars steht, aber in der Finalserie schon drei Tore und vier Vorlagen zustande brachte. «Er ist ein super starker Spieler», lobte Verteidiger Florian Kettemer und ergänzte: «Wir haben eine unglaubliche Tiefe im Kader, da kann jeder zuschlagen. Das macht uns so unberechenbar und stark.»

In dem Wissen um die eigene Klasse und in Erinnerung an den Auswärtssieg in Spiel zwei war das Selbstvertrauen vor der Reise nach Berlin groß. «Wir sind auf einem guten Weg», sagte Kapitän Wolf, Stürmerkollege Maximilian Kastner fand: «Wenn wir gleich spielen wie in den letzten zwei Spielen, dann schaut es gut aus für uns.» Und Coach Jackson weiß bald, was in der Pralinenschachtel drin ist.

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