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Hambüchen traut deutschen Turnern EM-Medaille zu

Olympiasieger Fabian Hambüchen glaubt an eine Medaille für die deutschen Turner bei der EM. Foto: Tobias Hase/dpa

Olympiasieger Fabian Hambüchen glaubt an eine Medaille für die deutschen Turner bei der EM. Foto: Tobias Hase/dpa

Glasgow (dpa) - Marcel Nguyen hat arge Probleme mit dem Barren, Andreas Bretschneider verzichtet auf den von ihm kreierten Salto. Trotz einiger Abstürze der deutschen Turner im Podiumtraining traut Fabian Hambüchen ihnen in Glasgow durchaus eine EM-Medaille im Team zu.

«Bei diesem Modus ohne Streichwert wird es zwar extrem hart, aber ich denke schon, dass sie es auf das Podest schaffen können», sagte der Reck-Olympiasieger von Rio der Deutschen Presse-Agentur.

Zuletzt hatte die deutsche Riege vor acht Jahren in Birmingham mit Hambüchen an der Spitze den EM-Titel gewonnen. Danach rutschten die Deutschen auf den Plätzen sechs (2012), vier (2014) und fünf (2016) immer am Podest vorbei. «Die Russen werden nicht zu schlagen sein. Aber dahinter scheint alles offen», sagte Hambüchen, der in seinem Urlaub in Marseille den früheren Gefährten die Daumen drückt.

Marcel Nguyen traut der Hesse am Barren ebenso den Einzug in das Finale zu wie Andreas Bretschneider am Reck. «Und wenn sie das geschafft haben, dann ist alles möglich», sagte Hambüchen. Der Chemnitzer, der in Rio seine Übung mit dem selbst kreierten «Bretschneider» - dem Doppelsalto rückwärts gehockt über die Stange - nicht durchturnen konnte, hat sich inzwischen im Sinne des Teams entschieden, zunächst auf das hochriskante Teil zu verzichten.

«Es geht um Punkte für das Team. Wir wollen zeigen, dass wir zu den Topteams Europas gehören», begründete «Breti» die Entscheidung. Er biete jetzt einen Ausgangswert von 6,3 Punkten an - «da kommen keine acht Leute vorbei, wenn ich die Übung durchturne». Das hieße für ihn am Sonntag: Erstmals ein Reck-Finale bei einer EM. Vor drei Jahren hatte der Sachse an gleicher Stelle in der Hydro-Arena schon WM-Platz fünf verbucht.

Den EM-Wettkampf seiner Freundin Pauline Schäfer am Schwebebalken konnte er nicht live in Glasgow verfolgen und feierte seinen 29. Geburtstag noch im Trainingszentrum Kienbaum. Dort hoffte der zweimalige Olympia-Zweite Marcel Nguyen, seine Barren-Übung endlich EM-reif zu bekommen. «Ich hatte tagelang Probleme mit dem Griff. Aber seit ich neuen Glukose-Sirup gekauft habe, den ich mir vor der Übung wegen der besseren Haftung auf die Hände schmiere, geht es besser», verriet Nguyen. In Glasgow gab es aber im Podiumtraining erneut einen Rückschlag, wieder musste er vorzeitig vom Gerät.

Drei EM-Titel hat der 30 Jahre alte Routinier aus Unterhaching schon erkämpft, am Barren gewann er 2011 und 2012. Aufgeregt ist er auch vor seiner zehnten EM-Teilnahme: «Selbst wenn ich noch 30 Jahre turne, werde ich immer nervös sein», gab er zu. 17 mal hat er schon in einem EM-Finale gestanden, davon fünfmal mit dem Team. Warum sollte es dieses Mal schief gehen? Der Absturz der hoch eingeschätzten Frauen-Riege in Glasgow ist den Männern eine Warnung.

© WhatsBroadcast
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