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Tennis-Hoffnung Zverev setzt auf Lendl

Holte sich viel Erfahrung in sein Trainerteam: Alexander Zverev. Foto: John Minchillo/AP

Holte sich viel Erfahrung in sein Trainerteam: Alexander Zverev. Foto: John Minchillo/AP

New York (dpa) - Aufmerksam schaut Ivan Lendl zu, wie Alexander Zverev zur Rückhand ausholt. Auf einem zweiten Foto steht der 21-jährige Zverev eingerahmt von der Tennis-Ikone und seinem Vater lächelnd vor dem Arthur-Ashe-Stadion, der großen Arena in New York.

«Willkommen im Team, Ivan Lendl», schrieb der deutsche Jungstar im Internet. Rechtzeitig vor den US Open hat der Weltranglisten-Vierte den US-Amerikaner nun doch als Trainer engagiert.

Zverevs Manager Patricio Apey bestätigte der Deutschen Presse-Agentur eine «langfristig» gedachte Vereinbarung, nachdem zuvor Gerüchte aufgekommen waren. Details, wie intensiv der ehemalige Coach von Andy Murray das größte deutsche Tennis-Talent seit Boris Becker nun betreut, blieben zunächst unbekannt.

Zverev und Lendl kennen sich seit Jahren, immer wieder mal hat der Norddeutsche schon mit dem früheren Weltranglisten-Ersten trainiert. Erst Ende Juli hatte Zverevs Management allerdings nach zwei gemeinsamen Trainingstagen dementiert, dass der Hamburger Lendl verpflichtet habe. Auch da waren Fotos in den sozialen Netzwerken aufgetaucht und hatten Spekulationen ausgelöst.

Nun ist die Zusammenarbeit beschlossen. Im Frühjahr hatte Zverev zwar noch selbst erklärt, vorerst keinen prominenten Coach in sein Team holen zu wollen. Schon da hatte er aber betont, dass nur Lendl und Boris Becker infrage kämen. Wie kaum ein anderer kann der achtmalige Grand-Slam-Turniersieger Lendl, mittlerweile 58 Jahre alt, zum wichtigen Ratgeber für die entscheidenden Tennis-Momente werden. Seine Tipps könnten schon bei den US Open helfen, die am Montag mit dem an Nummer vier gesetzten Zverev beginnen.

«Bestimmt würde er von einem Ivan Lendl auch profitieren können», sagte Becker einmal. Der Herren-Chef im deutschen Tennis betonte aber auch: Zverevs wichtigster Coach bleibe immer dessen Vater.

Mit Alexander Zverev senior hatte der neunmalige Turniersieger zuletzt wieder ausschließlich trainiert, nachdem er sich zu Beginn des Jahres im Streit von Juan Carlos Ferrero getrennt hatte. Der Spanier warf Zverev mangelnde Disziplin und Unpünktlichkeit vor. Zverev wiederum hatte beklagt, dem früheren Weltranglisten-Ersten fehle es an Respekt.

Der erfahrene Lendl wirkte oft teilnahmslos und brummig, wenn er als Coach von Murray auf der Tribüne saß. Er hatte aber immensen Erfolg. Mit dem Schotten feierte der einstige Becker-Rivale Olympia-Gold, gewann die US Open 2012, führte ihn in Wimbledon 2013 und 2016 zum Titel und formte ihn zur Nummer eins der Welt. «Allein seine Präsenz hilft mir ein bisschen», erklärte Murray damals.

Nun soll die Tennis-Legende Zverev zum nächsten Schritt in der Karriere verhelfen. Lendl sagte dem Youngster schon vor Jahren eine glorreiche Karriere voraus, Tennis-Deutschland solle sich darum keine Sorgen machen. Auf Grand-Slam-Ebene hat der große deutsche Tennis-Hoffnungsträger aber bislang seine Klasse nur ansatzweise bewiesen. Bisher kam er noch nicht über das Viertelfinale hinaus.

In Wimbledon scheiterte der Hamburger zuletzt in der dritten Runde. Bei den US Open 2017 war schon nach dem zweiten Match Schluss. In den kommenden zwei Wochen soll es besser klappen. Die Hoffnungen sind wie bei den vergangenen Grand-Slam-Turnieren immens - diesmal auch, weil Ivan Lendl jetzt zu Zverevs Team gehört.

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