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Englisches Nationalteam «in Arbeit»: Southgates Fragezeichen

Coach Gareth Southgate (M.) bastelt an einem englischen WM-Team. Foto: Mike Egerton/PA Wire

Coach Gareth Southgate (M.) bastelt an einem englischen WM-Team. Foto: Mike Egerton/PA Wire

Burton upon Trent (dpa) - Gareth Southgate gab in dieser Woche offen zu, was für ihn als Trainer der englischen Nationalmannschaft eines der größten Probleme ist.

«Wir haben nicht so viele englische Spieler, von denen wir denken, dass sie das erforderliche Niveau haben», sagte Southgate auf der Internetseite des Fußballverbands FA. «Also haben wir versucht, Spieler auszuwählen, von denen wir glauben, dass sie das nötige Niveau haben.» Selbstbewusstsein klingt anders.

Rund drei Monate vor der Weltmeisterschaft in Russland hat Southgate noch einige Entscheidungen zu fällen. Seine vielleicht schwierigste muss der 47-Jährige auf der Torhüterposition treffen. Vier Kandidaten trainierten diese Woche gut gelaunt im St. George's Park: die frühere langjährige Nummer eins Joe Hart (West Ham United), Jack Butland (Stoke City), Jordan Pickford (FC Everton) und Neuling Nick Pope (FC Burnley) machen sich Hoffnung auf einen der drei Plätze.

Hart, bei Manchester City im Sommer 2016 von Trainer Pep Guardiola aussortiert, spielt als Leihgabe mit West Ham gegen den Abstieg und macht dabei oft keine gute Figur. Pope war bei Burnley die Nummer zwei, bis sich Nationalkeeper Tom Heaton im vergangenen September verletzte. Seitdem überzeugt der 25-Jährige im Tor. Aktuell hat Pope die zweitbesten Torhüter-Werte in der Premier League, während Hart in der Statistik ganz hinten liegt. In Amsterdam wird wohl Pickford das Tor der «Three Lions» hüten.

Neben der Torhüter-Frage wird in England über die Stürmer diskutiert. Der derzeit verletzte Harry Kane (Tottenham Hotspur), Marcus Rashford (Manchester United) und Jamie Vardy (Leicester City) gelten als sichere Russland-Fahrer. Während Kane mit 24 Toren in der Premier League zweitbester Torschütze ist, belegt Vardy mit 14 Toren Platz sieben. Der 20 Jahre alte Rashford (6 Tore) hat bei Man United keine Startelf-Garantie. Der Publikumsliebling gilt aber als Sturmhoffnung und begeisterte zuletzt mit einem Doppelpack gegen den FC Liverpool.

Sollte Southgate einen vierten Stürmer mitnehmen, gelten Danny Welbeck (FC Arsenal) und Daniel Sturridge (FC Liverpool, ausgeliehen an West Bromwich Albion) als Kandidaten. Außenseiterchancen werden Tammy Abraham (Swansea City) eingeräumt. Doch so richtig drängt sich bisher niemand auf. Der Ausfall Kanes gibt Southgate immerhin die Chance, weitere Stürmer zu testen - auch für den Fall, dass der Torschützenkönig der vergangenen zwei Spielzeiten sich vor der WM verletzen sollte. Das wäre nach jetzigem Stand eine Katastrophe.

Zuletzt musste sich Southgate weniger zu sportlichen Fragen als zu politischen Dingen äußern. Nach dem Giftanschlag auf einen russischen Ex-Agenten in der englischen Kleinstadt Salisbury macht die britische Regierung Russland verantwortlich. Weder Regierungsvertreter, noch Mitglieder der Königsfamilie werden deshalb zur WM fahren.

Am Mittwoch hatte der britische Außenminister Boris Johnson die Spannungen noch verschärft und Vergleiche zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Adolf Hitler angestellt. Er schloss sich der Einschätzung eines Labour-Abgeordneten an, Putin werde die Fußball-WM im Sommer in Russland nutzen, «wie Hitler die Olympischen Spiele 1936 nutzte».

Ein Turnier-Boykott der «Three Lions» ist bisher aber nicht angedacht, auch weil Sanktionen der FIFA drohen könnten. «Das ist natürlich eine sehr ernste Angelegenheit», sagte Southgate, betonte aber, sein Job sei es, sich «auf Fußball zu konzentrieren und das Team darauf einzustellen.» Knapp 13 Wochen bleiben dem Coach noch dafür. Am 18. Juni startet England in Wolgograd gegen Tunesien in die WM. Der Coach ist vorsichtig optimistisch: «Wir sind noch in Arbeit, aber ich sehe Anzeichen von Verbesserung und das ist das Wichtigste.»

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