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FA-Cup-Sieg mit Chelsea: Der große Abend des Antonio Rüdiger

Gewann mit dem Chelsea den FA-Cup: Antonio Rüdiger (r). Foto: David Davies/PA Wire

Gewann mit dem Chelsea den FA-Cup: Antonio Rüdiger (r). Foto: David Davies/PA Wire

London (dpa) - Antonio Rüdiger tanzte während der Siegerehrung und tanzte wild in der Kabine: Der deutsche Fußball-Nationalspieler gehörte beim FA-Cup-Sieg seines FC Chelsea nicht nur wegen seiner Jubel-Einlagen zu den auffälligsten Spielern.

Der zum vorläufigen WM-Kader zählende Ex-Stuttgarter überzeugte beim 1:0-Erfolg am Samstag im englischen Pokalfinale gegen Manchester United in der Abwehr und wurde zum Man of the Match gewählt. «Nach Abpfiff in der Kabine gab es einfach kein Halten mehr. Und wenn dann auch noch gute Musik läuft, kann man das schon einmal machen», erklärte Rüdiger der Deutschen Presse-Agentur seinen spontanen Gefühlsausbruch.

«Mein erster Titel in meinem ersten Chelsea-Jahr. Ich bin sehr glücklich», sagte Rüdiger nach dem Triumph im Londoner Wembley-Stadion. Eden Hazard verwandelte in der 22. Minute einen Foulelfmeter und sorgte somit für den achten Pokalsieg der Blues. «Gerade nach so einer Saison ist es enorm wichtig, einen Pokal hochzuhalten», sagte Rüdiger. Die Leistung dürfte auch Bundestrainer Joachim Löw zur Kenntnis genommen haben, der beim DFB-Pokalfinale in Berlin sah, wie der FC Bayern mit den Innenverteidigern Mats Hummels und Niklas Süle 1:3 gegen Eintracht Frankfurt verlor.

In den englischen Medien bekam Rüdiger für seinen Auftritt durchweg Bestnoten. «Die Chelsea-Fans lieben ihn, und jeder konnte sehen, warum. Dominant und stark», schrieb die BBC. «Überzeugend und aggressiv. Der deutsche Verteidiger genoss seine Nominierung und lieferte eine starke Leistung in Chelseas Abwehr», lobte ihn «The Telegraph». Auch Rüdiger selbst wusste, was dieser Triumph mit den Blues wert war. «Das beste an solch einem Titelgewinn ist immer: Das kann dir, egal was kommen wird, nie mehr jemand wegnehmen.»

Doch nicht nur der Deutsche stand im Mittelpunkt, auch Chelsea-Trainer Antonio Conte konnte tief durchatmen. Der umstrittene Italiener gewann das Duell gegen den nicht gerade geliebten United-Trainer José Mourinho und betrieb in seinem womöglich letzten Auftritt als Chelsea-Coach viel Eigenwerbung. «Nach zwei Jahren kennt mich der Club. Wenn sie weiter mit mir arbeiten wollen, wissen sie, was sie an mir haben. Ich kann mich nicht ändern», sagte Conte.

Doch nach dem Verpassen der Champions-League-Ränge in der Premier League und dem Dauerstreit mit den Chelsea-Verantwortlichen hat Conte schlechte Karten, da ändert auch der Pokalsieg nichts. «Ich bin der Erste, der jede Entscheidung akzeptiert. Nach diesen beiden Jahren werde ich den Club, die Farben, die Fans immer lieben, auch wenn wir irgendwann getrennte Wege gehen werden», betonte der frühere italienische Nationaltrainer, dessen Vertrag noch bis 2019 läuft.

United-Trainer Mourinho gratulierte seinem Widersacher nach dem Abpfiff artig, doch der Portugiese meinte nach der ersten Finalniederlage als Trainer eines englischen Clubs auch: «Wir hätten den Sieg verdient gehabt.» Doch der exzentrische Startrainer war an diesem Abend nur eine Randfigur.

© WhatsBroadcast
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