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Frankfurter Riesenchance ohne Fans in Lüttich

Die Eintracht-Spieler hoffen auch ohne Fans in Lüttich jubeln zu können. Foto: Hasan Bratic/dpa

Die Eintracht-Spieler hoffen auch ohne Fans in Lüttich jubeln zu können. Foto: Hasan Bratic/dpa

Lüttich (dpa) - Die Fünf-Tore-Gala gegen Bayern schnell abhaken und dann vorzeitig international überwintern: Auf die Europa-Spezialisten von Eintracht Frankfurt wartet nicht nur ein mächtiger Kulturschock, sondern auch eine riesige Chance.

Ein Sieg bei Standard Lüttich am Donnerstag (18.55 Uhr/DAZN) genügt, um den frühzeitigen Sprung ins Sechzehntelfinale perfekt zu machen. «Die Wichtigkeit des Spiels ist sehr groß. Es hat schon den Geschmack eines K.o.-Duells», sagte Trainer Adi Hütter im engen Presseraum von Lüttich. Ein dritter Sieg in Serie - und die Europa-Party der Hessen findet definitiv auch 2020 ihre Fortsetzung.

Im Lütticher Stade Maurice-Dufrasne werden die Feierlichkeiten der Eintracht-Fans, die gegen Bayern besonders euphorisch waren, dagegen ausfallen. Keine Frankfurter Schals, Fahnen und Gesänge, stattdessen eine leere Kurve, wo sonst im Auswärtsblock regelmäßig Hochstimmung herrscht: Die Reifeprüfung bei den heimstarken Belgiern muss die Eintracht nach einem Zuschauerausschluss für zwei Spiele ohne ihre Fans meistern.

Schlimmer noch: Wegen einer Verbotsverfügung wird Lüttich für die Eintracht-Fans von Dienstagnachmittag bis Freitag (12.00 Uhr) zur verbotenen Stadt. Eintracht-Vorstand Axel Hellmann hält die Verfügung für «rechtlich hochgradig fragwürdig», rät den eigenen Fans wegen der fehlenden juristischen Handhabe in der kurzen Zeit aber von einer Lüttich-Reise ab. «Wer das Spiel oder die Stadt dennoch besucht, läuft Gefahr, abgewiesen zu werden und den Heimweg antreten zu müssen», sagte Hellmann.

Die Europäische Fußball-Union hatte die Eintracht-Fans im Oktober für zwei internationale Auswärtsspiele ausgeschlossen, nachdem sich diese in Guimarães zum wiederholten Male Randale geleistet und dabei unter anderem mit Sitzschalen nach den Heim-Fans geworfen hatten. Das Zuschauer-Verbot trifft nicht nur viele reiselustige Eintracht-Fans, sondern auch die Hütter-Mannschaft, die weitere Punkte gegen den direkten Rivalen in Gruppe F braucht. Mittelfeldmann Gelson Fernandes kündigte an: «Natürlich freuen wir uns immer, wenn wir auswärts unsere Fans haben. Wir werden für die spielen, die zuhause sind.»

Das Tor-Spektakel gegen Meister Bayern, das Frankfurts Ex-Trainer Niko Kovac letztendlich seinen Job an der Säbener Straße kostete, soll dabei keine große Rolle mehr spielen, wie Hütter einforderte. «Wir wissen, was wir aus diesem Spiel mitnehmen können. Wir haben gesehen: Wenn wir gewisse Sachen richtig umsetzen, dann sind wir unangenehm zu spielen. Das Spiel am Samstag hat mit dem Spiel morgen aber relativ wenig zu tun», sagte der Österreicher. Fernandes merkte an: «Wir müssen unsere Füße am Boden behalten. Jetzt kommt der Nächste!»

Für das Selbstvertrauen der Hessen war der vergangene Samstag natürlich viel wert. «Wir fahren mit breiter Brust nach Lüttich. Wir wollen dort auch ohne Fans im Rücken gewinnen. Es wäre ein Meilenstein, weil wir dann schon sicher durch wären», sagte Sebastian Rode. Coach Hütter hält das Aufeinandertreffen mit dem Rivalen Lüttich für «das Schlüsselspiel». Sollte nach dem 2:1 im Hinspiel das Weiterkommen mit einem Sieg nicht gelingen, wäre schon ein Punkt extrem wertvoll. Bei einer Niederlage sollte zumindest der direkte Vergleich gewonnen werden.

In der Europa League geht bei der Eintracht viel über die Euphorie. «Wir lieben die Europacup-Spiele», sagte Torhüter Frederik Rönnow. Ein echter Qualitätsabfall ist nach den Abgängen von Luka Jovic, Sébastien Haller und Ante Rebic nicht zu erkennen, selbst die langwierige Verletzung von Torhüter Kevin Trapp wirkt sich bisher nicht allzu negativ aus. «Die Qualität in der Mannschaft ist fast noch besser als letztes Jahr, vor allem spielerisch haben wir uns weiterentwickelt», merkte Mittelfeldmotor Rode an.

Die voraussichtlichen Mannschaften:

Standard Lüttich: Milinkovic-Savic - Vojvoda, Lavalee, Laifis, Gavory - Cimirot, Bastien, M'Poku - Carcela-Gonzalez, Amallah - Cop

Eintracht Frankfurt: Rönnow - Hinteregger, Hasebe, Abraham - Fernandes - da Costa, Rode, Sow, Kostic - Dost, Paciencia

Schiedsrichter: Matej Jug (Slowenien)

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