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Real Madrid startet ins Jahr eins nach Ronaldo

Nach dem Weggang von Cristioano Ronaldo lastet die Verantwortung Tor zu erzielen nun auch auf Karim Benzema. Foto: Andrea Comas/AP

Nach dem Weggang von Cristioano Ronaldo lastet die Verantwortung Tor zu erzielen nun auch auf Karim Benzema. Foto: Andrea Comas/AP

Madrid (dpa) - Für Ex-Weltmeister Toni Kroos und seine Teamkollegen von Real Madrid wird es ernst. Im Spiel um den europäischen Supercup gegen Stadtrivale Atlético startet der Champions-League-Sieger der vergangenen drei Jahre am Mittwoch in Tallinn in das ungewisse Jahr eins nach CR7.

Erstmals seit 2009 muss der Club ohne Weltfußballer und Tormaschine Cristiano Ronaldo auskommen. Die sich mutmaßlich daraus ergebenden Probleme räumte Kroos erst vor wenigen Tagen im «kicker»-Interview ein: «50 Tore pro Saison sind nicht einfach zu übertragen.»

Nicht nur der in Unfrieden verabschiedete Ronaldo wird fehlen. Auch Erfolgstrainer Zinédine Zidane verließ nach Abschluss der letzten Saison den Club auf eigenen Wunsch. Werden die verwöhnten Fans in der Übergangsphase Geduld aufbringen? Der neue Coach Julen Lopetegui erwartet keine Schonfrist. «Real Madrid hat die Pflicht, alles zu gewinnen», sagte der Mann, der im Juni kurz vor WM-Start wegen seines Wechsels zu Real als Spaniens Nationaltrainer gefeuert wurde.

Schon vor dem Wechsel von Ronaldo für 112 Millionen Euro nach Turin hatte Clubboss Florentino Pérez vergeblich versucht, einen seiner beiden Wunschstürmer, den Brasilianer Neymar oder den französischen Weltmeister Kylian Mbappé von Paris Saint-Germain loszueisen. Zur Freude des neuen PSG-Trainers Thomas Tuchel ließen sich die katarischen Clubchefs aber nicht erweichen. Auch andere namhafte Profis wie Harry Kane, Eden Hazard, Mohamed Salah und auch Bayern-Stürmer Robert Lewandowski waren im Gespräch. Verpflichtet wurden bislang aber nur Torwart Thibaut Courtois, Außenverteidiger Álvaro Odriozola und der erst 18 Jahre alte Stürmer Vinicius Júnior.

Die Fans in Madrid sind ohne Grund nervös und skeptisch. Denn nun lastet die Verantwortung vorne auf den Schultern von zwei Profis, die bisher nur selten den (hohen) Erwartungen gerecht wurden: Karim Benzema und Gareth Bale. Der Franzose traf vorige Saison in 47 Pflichtspielen nur zwölf Mal. Bale zeigte zwar einige sehr gute Leistungen, fiel aber auch durch Verletzungen und Lustlosigkeit auf.

Für Tore könnten auch Asensio und vielleicht Vinicius Jr. sorgen. Aber spanische Medien berichten, Lopetegui wisse und fordere auch, dass ein treffsicherer Stürmer geholt werden müsse. Es heißt, der 51-Jährige schwärme für Valencia-Mittelstürmer Rodrigo Moreno. Eine Pleite gegen Atlético könnte Pérez dazu bewegen, doch noch auf Einkaufstour zu gehen. Der mächtige Bauherr wolle aber nur für einen absoluten Topmann zum Scheckheft greifen, heißt es.

In der kleinen, nur 13.000 Zuschauer fassenden Le Coq Arena der estnischen Hauptstadt, wo er 2012 als Trainer der spanischen U-19-Auswahl die EM gewann, wird Lopetegui im insgesamt 216. offiziellen Madrider Stadtderby auf den verletzten Odriozola verzichten müssen und Kroatiens WM-Star Luka Modric wegen späten Trainingsbeginns zunächst auf der Bank lassen.

Europa-League-Sieger Atlético um Trainer Diego Simeone, der wegen einer Sperre auf der Tribüne Platz nehmen muss, setzt wie in der Vergangenheit auf eine starke Abwehr sowie auf seine Doppelspitze mit Weltmeister Antoine Griezmann und Diego Costa.

Wer den 58 Zentimeter hohen und 12,2 Kilogramm schweren Pokal in die Höhe recken wird, wird erst am Mittwochabend feststehen. Etwas wird sich beim UEFA-Supercup aber erneut nicht ändern: Zum fünften Mal in Serie wird ein Verein der Primera División den Titel holen. Die Teams der LaLiga werden somit neun der letzten zehn Spiele um den UEFA-Super-Cup gewonnen haben. In die Phalanx der Spanier konnte in dieser Zeit nur der FC Bayern München 2013 eindringen.

In den letzten neun Jahren gab es drei Triumphe für Real (zuletzt zweimal in Serie), drei für den FC Barcelona und zwei für Atlético. Es wird der insgesamt 15. Triumph für eine spanisches Team sein.

Aussagen von Lopetegui

Aussagen von Kroos

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