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Unruhige Zeiten in Leverkusen - Herrlich-Team gefordert

Rudi Völler (l) in Diskussionen mit Trainer Heiko Herrlich (r). In der Mitte Co-Trainer Marcel Daum. Foto: Federico Gambarini

Rudi Völler (l) in Diskussionen mit Trainer Heiko Herrlich (r). In der Mitte Co-Trainer Marcel Daum. Foto: Federico Gambarini

Leverkusen (dpa) - Bayer Leverkusen erlebt unruhige Zeiten. Der Spielzeitverlauf ist ein Auf und Ab. Tabellen-14. sind die Werkself-Fußballer in der Bundesliga - zu wenig für die Eigenansprüche.

In der Europa League allerdings gelang Bayer zum Auftakt ein 3:2-Erfolg bei Ludogorez Rasgrad in Bulgarien. Am Donnerstag (18.55 Uhr) soll nachlegt werden: «Wir wollen nach dem Spiel sechs Punkte haben», sagte Trainer Heiko Herrlich vor der Partie gegen Zyperns Pokalsieger AEK Larnaka.

«Für den Kopf wäre es wichtig, zu gewinnen» - damit machte Torwart Lukas Hradecky klar, dass die Auseinandersetzung mit den Zyprern die Psyche entlasten soll. Das 2:4 gegen Borussia Dortmund nach 2:0-Führung hat Spuren hinterlassen: «Das hat uns weh getan», bemerkte Hradecky am Mittwoch. Denn die Ambitionen der Werkself sind deutlich höher als der aktuelle Platz 14.

Die in der Vorsaison knapp verpasste Champions League soll es 2019 sein, Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann hatte die Leverkusener sogar zum Meisterschaftsfavoriten erklärt. Sport-Geschäftsführer Rudi Völler glaubt, dass Bayer von einigen Experten möglicherweise zu hoch eingeschätzt worden ist. «Das ist halt einfach so», sagte der 58-Jährige dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Völler ist aber von einem überzeugt: «Dass wir die Wucht und die Qualität haben, in die Spur zurück zu kommen.»

Nur wann und wie? Am besten schnell - und am allerbesten mit überzeugenden Siegen. Gegen Larnaka bietet sich die erste Chance, der am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) in der Bundesliga beim SC Freiburg die zweite folgt. Mit aufkeimender Kritik will Herrlich sich nicht befassen: «Mit solchen Fragen befassen nur Sie sich», wehrte er bei der Pressekonferenz vor dem Europa-League-Auftritt entsprechende Erkundigungen ab.

Der Blick zurück wirft Fragen auf. Warum kann das Herrlich-Team seine gewiss vorhandenen Fähigkeiten nicht komplett abrufen? «Wir arbeiten daran, dass wir über neunzig Minuten hundertprozentig konzentriert sein wollen», kündigte der Bayer-Coach vor dem Aufeinandertreffen mit dem BVB an. Indes: Es ging wieder schief.

«Das war eine positive Drucksituation», hielt Herrlich anschließend fest. Er wollte das Geschehen sachlich aufarbeiten und an den Details feilen, die es zu verbessern gilt: die Torchancen verwerten, die Defensive stabilisieren. Die Trefferbilanz von 7:13 in der Bundesliga beweist, dass es aktuell noch an zu vielen Dingen hapert.

«Das Positive arbeiten wir raus, und das gibt Hoffnung», bemerkte Herrlich nach der Niederlage gegen den BVB, bei der er «viel Gutes» gesehen hatte. «Am Donnerstag gewinnen und am Sonntag in Freiburg nachlegen» - das sind jetzt die Ziele. Ihm ist bewusst, dass ausschließlich Erfolge gegen Larnaka und im Breisgau für Ruhe sorgen.

Die personelle Lage ist angespannt: Charles Aránguiz, Julian Baumgartlinger, Panagiotis Retsos und Joel Pohjanpalo sind Langzeitausfälle. Rotieren ohne Qualitätsverlust kann Herrlich da kaum, ihm fehlen die Alternativen. Gegen Larnaka plant Herrlich mit Karim Bellarabi in der Startelf. In der Liga ist der 28 Jahre alte Rechtsaußen für Freiburg noch gesperrt.

© WhatsBroadcast
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