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Serienmeister Bamberg drückt «Reset-Knopf» sofort

Andrea Trinchieri ist nicht mehr Trainer von Serienmeister Brose Bamberg. Foto: Nicolas Armer

Andrea Trinchieri ist nicht mehr Trainer von Serienmeister Brose Bamberg. Foto: Nicolas Armer

Bamberg (dpa) - Andrea Trinchieri ist weg - jetzt soll fürs erste dessen langjähriger Assistent die sportliche Krise beim deutschen Basketball-Serienmeister Brose Bamberg stoppen. Ilias Kantzouris ist nach der Trennung von Chefcoach Trinchieri «bis auf Weiteres» zum Interimstrainer ernannt worden.

Der Auftrag an den 44 Jahre alten Griechen lautet, vor allem in der Bundesliga das Schlimmste abzuwenden: das Verpassen der Playoffs. Nach 21 Spieltagen belegt der Titelverteidiger aus Oberfranken nur Platz zehn. Die K.o.-Spiele um den Meistertitel erreichen aber nur die acht besten Mannschaften.

Zu diesem Kreis zählt der Bundesliga-Dominator der vergangenen Jahre in der aktuellen Verfassung nicht. Und das führte wohl zum abrupten Bruch zwischen der Vereinsführung und Trinchieri. Der 49 Jahre alte Italiener mit Vertrag bis 2019 hatte die Bamberger seit seiner Ankunft 2014 zu drei Meistertiteln geführt - und die Bundesliga als Typ und Basketball-Fachmann belebt. Die Würdigung seiner Verdienste fiel am Montagabend jedoch kurz aus. «Andrea Trinchieri hat in den letzten drei Jahren sehr viel für den Bamberger Basketball getan. Nach dem schlechten Jahr 2014 hat er uns in die Erfolgsspur zurückgeführt. Dafür sind wir ihm sehr dankbar», äußerte Geschäftsführer Rolf Beyer.

Am Dienstag gab es von Vereinsseite zunächst keine Aussagen, wie der neunmalige deutsche Meister weiter auf der Trainerposition plant. Der Handlungsbedarf beim Euroleague-Teilnehmer hatte sich spätestens nach der 68:85-Niederlage beim Tabellen-13. in Jena angekündigt. «Wir haben uns als Team peinlich präsentiert», schimpfte Trinchieri. Seinen Spielern warf er vor, sie seien aktuell «nicht in der Lage, die simpelsten Grundlagen im Basketball zu tun».

Nach diesem Tiefpunkt konferierten Aufsichtsrat und Geschäftsführung. Aufsichtsratschef Michael Stoschek hatte schon bei der Heimniederlage eine Woche zuvor gegen den großen nationalen Rivalen Bayern München angekündigt, nach dieser Saison den «Reset-Knopf» drücken zu wollen. Das geschah nun früher. «Es war eine gute Zeit», urteilte Trinchieri.

Der impulsive Italiener war lange ein Glücksfall. «Andrea ist ein akribischer, manischer Arbeiter in jedem Detail», äußerte Beyer noch kürzlich über den Coach. Vor der laufenden Spielzeit gab es aber eine Zäsur: In Nicolo Melli, Daniel Theis, Darius Miller, Janis Strelnieks und Fabien Causeur verlor der Meister gleich fünf Topspieler. Zudem wechselte Sportdirektor Daniele Baiesi zum Rivalen FC Bayern.

Konsequentes Handeln ist in Bamberg nichts Neues. Vor vier Jahren trennte sich der Verein vom US-Amerikaner Chris Fleming, obwohl dieser in sechs Jahren viermal Meister und dreimal Pokalsieger geworden war. Trainer müssen in Bamberg jedes Jahr Erfolge liefern.

Kantzouris, der Trinchieri auch schon nach dessen Operation an der Schulter als Chefcoach vertreten hatte, ist jetzt gefordert. Am Freitag steht in der Euroleague das Heimspiel gegen Roter Stern Belgrad auf dem Programm. Das nächste Bundesligaspiel findet am 4. März in Gießen statt. Beim punktgleichen Tabellenelften geht es um die Playoffs.

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