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Arsenal-Pleite auch Debakel für Wenger

Coach Arsène Wenger steht bei den Arsenal-Fans stark in der Kritik. Foto: Andreas Gebert

Coach Arsène Wenger steht bei den Arsenal-Fans stark in der Kritik. Foto: Andreas Gebert

Au revoir Arsène» - nach dem erneuten Königsklassen-Debakel gegen den FC Bayern drängen zahlreiche Fans des FC Arsenal auf die baldige Absetzung von Trainer Arsène Wenger.

Wie überdrüssig einige Anhänger des Franzosen sind, zeigten ein paar Hundert von ihnen bei einem Protestmarsch vor der 1:5-Pleite im Achtelfinale der Champions League. «Jede gute Geschichte hat ein Ende», stand auf einem Plakat, der französische Abschiedsgruß und der Hinweis «Es ist genug» auf anderen. Nach mehr als 20 Jahren bei den Gunners neigt sich die Ära des 67-Jährigen dem Ende entgegen.

Angesprochen auf seine Zukunft gab sich Wenger nach dem siebten Achtelfinal-Aus in der Königsklasse nacheinander wortkarg. «Ich habe dazu nichts zu sagen, danke vielmals», antwortete er einem Sky-Reporter. Sein Kontrakt bei den Gunners läuft im Sommer aus, laut englischer Medienberichte soll ihm ein neues Arbeitspapier bereits vorliegen. Was die Fans davon halten? «Kein neuer Vertrag», stand auf einem weiteren Banner.

Es ist einsam geworden um Wenger. Anstatt über die im zweiten Durchgang teils desolate Leistung seiner Mannschaft zu reden, flüchtete sich der Elsässer in deutliche Kritik am Schiedsrichter. «Absolut unerklärlich und skandalös» nannte er die Entscheidungen des Griechen Tasos Sidiropoulos. Im zweiten Durchgang habe der Referee das Spiel «gekillt».

Wenger missfiel es vor allem, dass Sidiropoulos erst nach einem Hinweis seines Tor-Assistenten nachträglich Rot für Arsenal-Verteidiger Laurent Koscielny (53. Minute) gezeigt hatte. Dass es für das Foul Koscielnys an Robert Lewandowski auch noch Elfmeter gab, fand er ebenfalls unberechtigt.

Lewandowski trat anschließend selbst an und verwandelte zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (55.). Mit weiteren Treffern zerlegten Arjen Robben (68.), Douglas Costa (78.) und Arturo Vidal (80./85.) die Gastgeber, bei denen auch Weltmeister Shkodran Mustafi den neuerlichen Einbruch nicht verhindern konnte. Zahlreiche Anhänger der Gunners bekamen das gar nicht mehr mit, da sie bereits frühzeitig das Stadion verlassen hatten. Für Arsenal war es die bisher höchste Niederlage in der heimischen Emirates-Arena.

«Wenger verliert deutlich den Einfluss auf seine Spieler, wie man an deren komplettem Mangel an Leidenschaft sieht», schrieb der «Independent» am Mittwoch. «Wengers Position ist unhaltbar geworden. Der Trainer, der es nicht geschafft hat, den Niedergang der Unbesiegbaren zu den Untauglichen aufzuhalten, sollte im Sommer zurücktreten», kommentierte die «Times».

Einen Fürsprecher fand Wenger immerhin im ehemaligen deutschen Nationaltorhüter Jens Lehmann. «Er muss jetzt bleiben, weil er so viel für den Club getan hat», sagte Lehmann, der von 2003 bis 2008 unter Wenger bei Arsenal gespielt hatte. «Wahrscheinlich braucht er jetzt ein bisschen mehr Zeit und ein paar neue Spieler. Dann könnte es in der nächsten Saison schon wieder ganz anders aussehen.»

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