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Hamann kritisiert Karius: «Mitleid hält sich in Grenzen»

Liverpools Torwart Loris Karius hatte im Champions-League-Finale einen rabenschwarzen Tag. Foto: Peter Byrne/PA Wire

Liverpools Torwart Loris Karius hatte im Champions-League-Finale einen rabenschwarzen Tag. Foto: Peter Byrne/PA Wire

Berlin (dpa) - Ex-Fußball-Nationalspieler Dietmar Hamann hat den deutschen Torhüter Loris Karius vom FC Liverpool für dessen Verhalten nach dem verlorenen Champions-League-Finale kritisiert.

«Mein Mitleid mit dem deutschen Torhüter Loris Karius hält sich in Grenzen», schrieb Hamann in seiner Kolumne in «Sport Bild» und ergänzte: «Sein öffentlich zur Schau getragenes Leiden nach Schlusspfiff war genauso unnötig wie das tränenreiche Bitten um Absolution vor der Fankurve der Reds.»

Liverpools Fans würden den Profis grundsätzlich alles verzeihen, meinte Hamann, schränkte aber ein: «Mit einer Ausnahme: Dein Ego passt nicht zur gezeigten Leistung.» Der 44-Jährige warf Karius zudem «Star-Gehabe» sowie fehlende Gewinner-Mentalität vor und urteilte: «Ein Karius hat noch nichts in seiner Karriere erreicht. Statt ständig den dicken Max zu machen, würde dem 24-Jährigen mehr Bescheidenheit und Demut besser zu Gesicht stehen.»

Der ehemalige England-Legionär Hamann kann sich nicht vorstellen, «dass wir Karius auch in der kommenden Saison als Nummer eins im Kasten sehen». Der 24 Jahre alte Karius leistete sich im Finale der Königsklasse mit Liverpool gegen Real Madrid zwei grobe Patzer und hatte so entscheidenden Anteil an der 1:3-Niederlage am Samstag in Kiew.

Karius musste eigentlich schon genug Spott ertragen. Sogar Morddrohungen erhielt der 24-Jährige. Nun bekam er auch noch ein zweifelhaftes Angebot aus Italien. Der Drittligist FC Rimini, gerade erst in die italienische Serie C aufgestiegen, bot Karius einen Einjahresvertrag an.

Rimini-Präsident Giorgio Grassi erklärte auf der Vereinswebsite, er wolle dem Keeper zu seinem bevorstehenden 25. Geburtstag im Juni ein «Geschenk» machen. Er lud Karius nach Rimini ein, um sich «seiner Stärken zu besinnen» und «Unbeschwertheit, Selbstvertrauen und Kraft wiederzuentdecken». Allerdings müsse er sich dabei mit dem 35 Jahre alten Stammtorhüter und Mannschaftskapitän Francesco Scotti messen.

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