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Missglücktes Kane-Comeback: Tottenham-Trainer vercoacht sich

Harry Kane spielte bei den Spurs im Sturm, obwohl er zuvor lange ausgefallen war. Foto: Joe Giddens/PA Wire

Harry Kane spielte bei den Spurs im Sturm, obwohl er zuvor lange ausgefallen war. Foto: Joe Giddens/PA Wire

Madrid (dpa) - Jahrelang haben die beiden großen Trainer Arsene Wenger und José Mourinho ihre sportliche Rivalität und ihre persönliche Abneigung in der englischen Premier League ausgelebt. Bei diesem Champions-League-Finale waren sie sich auf einmal sehr einig.

Beide saßen am Samstagabend in Madrid als Experten des TV-Senders «BeIN Sports» nebeneinander und beide hielten den Verlierer Tottenham Hotspur beim 0:2 (0:1) gegen den FC Liverpool für ziemlich schwach. Vor allem aber ließen beide selten einmütig durchklingen: Tottenhams Stürmerstar Harry Kane hätten sie in diesem Endspiel nicht eingesetzt. «Er sieht nicht bereit aus», sagte die Arsenal-Legende Wenger schon während der Pause. Der frühere Chelsea-Coach Mourinho nickte dazu.

Fast zwei Monate hatte Englands Nationalmannschafts-Kapitän zuvor wegen einer Knöchelverletzung pausiert. Das Comeback des besten Spielers und WM-Torschützenkönigs sollte eigentlich Tottenhams Trumpf an diesem Abend werden. Tatsächlich aber war es einer der Gründe für die Niederlage. Denn der 25 Jahre alte Kane konnte sich gegen Liverpools Betonabwehr nie durchsetzen. Seine Bewegungen wirkten schwerfällig und hilflos. Die Statistiker von Opta notierten ganze elf Ballkontakte in der ersten Halbzeit.

Die Entscheidung für Kane bedeutete eben auch, dass Tottenhams Trainer Mauricio Pochettino dafür den Spieler draußen ließ, der die Spurs mit seinen drei Toren gegen Ajax Amsterdam erst in dieses Finale geschossen hatte. Der Brasilianer Lucas Moura saß 65 Minuten auf der Bank. Im Nachhinein betrachtet war das für ein so großes Spiel ein ziemlich großer Fehler. Auch wenn Pochettino das später bei der Pressekonferenz im Stadion Wanda Metropolitano zurückwies.

«Meine Entscheidung war sehr analytisch und ich habe sie auf der Basis aller meiner Informationen getroffen. Ich bereue diese Entscheidung nicht», sagte der Argentinier. Kane habe zwar nicht getroffen. «Aber er war am Ende immer noch frisch.»

Der Stürmerstar selbst verließ das Stadion, ohne ein Wort zu sagen. Seine Enttäuschung muss er ohnehin schnell wieder verdrängen. Denn schon am Donnerstag spielt er mit der englischen Nationalmannschaft im Halbfinale der Nations League gegen die Niederlande.

Was Pochettino dagegen macht, ist die große Frage. Es ist weiterhin offen, ob der 47-Jährige nach fünf erfolgreichen Jahren überhaupt bei den Spurs bleibt. «Das ist nicht der Moment, um über die Zukunft zu sprechen», sagte er nach dem Finale. Denn wenn er das jetzt täte, würde das wieder nur in alle möglichen Richtungen interpretiert.

Pochettino hat sich in den vergangenen Monaten wiederholt darüber beklagt, dass sich der Bau des neuen Stadion so verzögert hat und dass er in Folge dessen im Sommer und Winter keine neuen Spieler kaufen konnte. Über allem steht die Frage, was er mit diesem Verein nach dem Finale der Champions League überhaupt noch erreichen kann.

«Wir sind alle enttäuscht. Aber die Saison war trotzdem fantastisch. Ich bin stolz auf mein Team», sagte Pochettino. Denn klar ist auch: Sollte er Tottenham verlassen, dürfte er schneller wieder ein Angebot eines großen Clubs bekommen als Wenger oder Mourinho.

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