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Freiburg nach Pokal-Demütigung zum Stresstest nach München

Die Freiburger um Stürmer Nils Petersen müssen nach dem Pokal-Aus nun nach München. Foto: Frank Molter

Die Freiburger um Stürmer Nils Petersen müssen nach dem Pokal-Aus nun nach München. Foto: Frank Molter

Kiel (dpa) - Nach der Pokal-Pleite bei Holstein Kiel kommt es für die Freiburger noch dicker. «Das wird kein Zuckerschlecken», warnte Nationalspieler Nils Petersen seine Teamkameraden vor dem bevorstehenden Bundesliga-Gastspiel am Samstag (15.30 Uhr) beim deutschen Rekordmeister Bayern München.

Durch das Pokal-Aus im hohen Norden sind die Beine natürlich noch schwerer - und Petersen selbst kann gar nicht mitspielen. Statt am Donnerstag mit der Mannschaft nach München zu reisen machte sich der Stürmer auf den Weg zu Untersuchungen nach Freiburg. Bei ihm besteht der Verdacht auf eine Muskelverhärtung.

Die Pokalklatsche hatte für den SC Freiburg ohnehin eine besondere Dimension, durch die Verletzung Petersens wurde sie noch bitterer. Kein unterklassiger Gegner hat es in der zweiten Runde des DFB-Pokals geschafft, den ranghöheren Favoriten aus dem Wettbewerb zu werfen - bis auf Holstein Kiel. Der norddeutsche Zweitligist katapultierte den Bundesligisten mit 2:1 aus dem Rennen und schnappte sich die 637 000 Euro für den Achtelfinal-Einzug, die auch die Breisgauer hätten gut gebrauchen können. Die Blamage schmerzt.

Die Pokalbilanz der jüngsten Vergangenheit ist mager. In den letzten vier Wettbewerben sind die Freiburger dreimal in der zweiten Runde gescheitert. «Gegen einen Zweitligisten kannst du immer mal ausscheiden, wenn du schlecht spielst», grollte Trainer Christian Streich und machte sich Gedanken über den bevorstehenden Stresstest in der Bundesliga. «Nicht zweikampfstark genug, nicht präzise genug, Kiel aufgebaut», lautete die Analyse von Streich. «Wenn du die erste Halbzeit so weggibst, verlierst du verdient.» Seine Lehre für das Gastspiel bei den Bayern: «Wir müssen die Bälle sauberer durchstecken.»

Torjäger Petersen, der bereits nach 44 Sekunden per Kopf getroffen hatte und wie schon gegen Mönchengladbach vor wenigen Tagen (Elfmetertor/1. Minute) der Blitzstarter war, will die Pokalpleite nicht überbewerten. «Wir können das schon ganz gut einordnen», meinte der Mittelstürmer. Das Magendrücken, bei den Bayern antreten zu müssen, ist ohnehin groß genug. Da soll sich das Team nicht durch miese Pokal-Gedanken verunsichern lassen.

Schließlich kennt sich der 29-Jährige mit der Gier der Bayern bestens aus. In der Saison 2011/12 spielte er für die Münchner und absolvierte 15 Pflichtspiele, zumeist im Kurzeinsatz. Vier Tore gelangen ihm dabei. Aber gegen den Seriensieger aus München war es nie lustig. An neun Spielen, mal mit Energie Cottbus, mal mit Werder Bremen, mal mit Freiburg, war Petersen beteiligt. Achtmal verlor er mit zusammen 8:45 Toren, nur einmal gewann er. Das war 2015 mit Freiburg (2:1). «Manche sagen ja, es wird das einfachste Spiel des Jahres», meinte Petersen und verzog dabei das Gesicht, als plagten ihn Zahnschmerzen. Von seinem Ausfall wusste er da noch nichts.

Für die Freiburger begann mit der 850-Kilometerreise nach Schleswig-Holstein eine Deutschland-Tour. Am Donnerstag ging es weiter nach München. Auf die Heimreise zwischendurch verzichtete das Team, um Zeit und Kraft zu sparen sowie Nerven zu schonen. Teil eins der Rundfahrt hatte kein Happy End. Und Teil zwei? Petersen: «Ich wünsche mir, was Zählbares aus München mitzubringen.» Das müssen die Kollegen aber ohne ihren besten Angreifer schaffen.

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