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Bayern-Fußballerinen drängen auf Wachablösung

Nach dem Sieg über den FC Rosengard geht es für die Frauen des FC Bayern nun im Pokal gegen den VfL Wolfsburg. Foto: Matthias Balk/dpa

Nach dem Sieg über den FC Rosengard geht es für die Frauen des FC Bayern nun im Pokal gegen den VfL Wolfsburg. Foto: Matthias Balk/dpa

München (dpa) - Der sagenhaften Triple-Saison des FC Bayern kann in den nächsten Wochen eine andere Erfolgsgeschichte folgen - von den Frauen im eigenen Haus.

Nach dem Einzug ins Champions-League-Halbfinale haben Münchens Fußballerinnen auch das 26. Pflichtspiel 2020/2021 gewonnen, bereits jetzt mehr als Hansi Flicks Serie von 23 Siegen in Serie im vergangenen Jahr. Am 4. April (14.00 Uhr/ARD) steht für das Team von Trainer Jens Scheuer der Kracher im Halbfinale des DFB-Pokals beim Meister VfL Wolfsburg an. Die Wachablösung im deutschen Frauenfußball ist im vollen Gange.

«Wir haben das schon oft formuliert: Wo auch immer der FC Bayern antritt, wollen wir die Nummer 1 sein», sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Tag nach dem 1:0 seiner Kickerinnen beim schwedischen Rekordmeister FC Rosengard (Hinspiel 3:0). Im Halbfinale treffen die Münchnerinnen nun auf den FC Chelsea, an dem die Wolfsburgerinnen gescheitert waren.

Rummenigge nutzte die Gelegenheit, um die allgemeine Entwicklung im deutschen Frauenfußball zu kritisieren. Er teile «die Ansicht von unserer Abteilungsleiterin Karin Danner und unserer Sportlichen Leiterin Bianca Rech, dass der deutsche Frauenfußball insgesamt schleunigst höher schalten muss».

Als sich die Männer-Proficlubs vor 21 Jahren in der Deutschen Fußball Liga unabhängig aufgestellten, habe das eine nachhaltig positive Entwicklung zur Folge gehabt. «Man muss ehrlich sein: Der Frauenfußball ist im deutschen Fußball bisher im Grunde ein Stiefkind», sagte Rummenigge am Freitag. «Und es ist höchste Zeit, sich so darum zu kümmern, wie er es verdient. Wir müssen den Frauenfußball nachhaltiger entwickeln, als es in den letzten Jahren beim DFB möglich war.»

Das solle keine Verbandskritik sein. «Allerdings wäre eine eigenständige Struktur sinnvoller, als an die DFL angedockt zu werden, sonst würden sich die Frauen als fünftes Rad am Wagen Männerfußball fühlen.» Schon länger gibt es eine Debatte, ob die Bundesliga nicht wie bisher beim Deutschen Fußball-Bund, sondern - wie die 1. und 2. Liga der Männer - bei der DFL besser aufgehoben wäre.

Die stellvertretende DFB-Generalsekretärin Heike Ullrich sieht es als «unsere gemeinsame Aufgabe, diesen Markt weiter zu erschließen und auch monetäre Mehrwerte zu schaffen». Im Interview auf der DFB-Homepage betonte sie auch: «Frauenfußball kann für Vereine, Verbände und Unternehmen zum Game-Changer werden.»

Werbung für ihren Sport können die Halbfinalisten am Wochenende machen. Die Münchnerinnen, in der Bundesliga-Tabelle fünf Punkte vor Wolfsburg, wollen ihre Triple-Chance in Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League wahren. «Wir haben vor zwei Jahren eine Strategie erarbeitet, wollen auf Dauer die Nummer eins in Deutschland werden. Das ist das primäre Ziel», sagte Bayern-Sportchefin Rech in dieser Woche im «Kicker»-Interview.

Meister Wolfsburg holte den DFB-Pokal zuletzt sechs Mal nacheinander, den Meistertitel viermal. Jetzt muss das Team von Chefcoach Stephan Lerch um seine Vormachtstellung bangen. «Wir sind momentan psychologisch definitiv im Vorteil. Ich denke, Wolfsburg weiß genau, dass, wenn sie verlieren, die komplette Saison nicht so gelaufen ist, wie sie sich das vorgestellt haben», sagte sein Bayern-Kollege Scheuer. Um den Einzug ins Pokalfinale am 30. Mai im Kölner RheinEnergieStadion spielen am Samstag (13.00 Uhr/Livestream auf hessenschau.de) auch Eintracht Frankfurt und der SC Freiburg.

© dpa-infocom, dpa:210402-99-64752/3

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