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DFB-Frauen wollen gegen Norwegen gute Leistung bestätigen

Wird ihre Startelf gegen Norwegen verändern: Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Foto: Hasan Bratic/dpa

Wird ihre Startelf gegen Norwegen verändern: Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Foto: Hasan Bratic/dpa

Wiesbaden (dpa) - Verarbeitet, aber nicht vergessen: Der erste Corona-Fall in der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft spielt beim Länderspiel am Dienstag (16.00 Uhr) gegen Norwegen in Wiesbaden nur noch eine untergeordnete Rolle.

Gleichwohl beeinflusst die Abreise der unter Quarantäne stehenden Felicitas Rauch, Sara Doorsoun, Svenja Huth und Lena Oberdorf die Planungen von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg und die Aufstellung.

«Wir haben aus dem Ereignis gelernt. Ich glaube, wir können mit größerer Gelassenheit reagieren, wenn wieder mal ein Fall auftreten würde», sagte Voss-Tecklenburg (53). Unabhängig vom Ausfall der vier Wolfsburgerinnen stellt sie das Thema Belastungssteuerung oben an und will auch mit der einen oder anderen Überraschung in der Startelf aufwarten.

Als Konstante in der Abwehr wird aber Marina Hegering dabei sein. Kurz vor ihrem 31. Geburtstag soll die im vergangenen Sommer von SGS Essen zum FC Bayern München gewechselte Innenverteidigerin das deutsche Spiel ankurbeln. Obwohl sie erst ihr 17. Länderspiel bestreitet, ist Hegering eine Führungspersönlichkeit und für die jungen Spielerinnen an ihrer Seite und unmittelbar vor ihr eine Leitfigur.

«Ob ich eine Abwehrchefin bin, müssen andere entscheiden. Ich stimme aber zu, dass ich eine Führungsspielerin bin», sagte Hegering am Montag und betonte, von ihrem ganzen Naturell her gern das Coaching ihrer Nebenleute auf dem Platz zu übernehmen.

Voss-Tecklenburg schätzt Hegering sehr und machte sie bei ihrem Einstieg als Bundestrainerin 2019 zur Nationalspielerin. Hegering besteche durch Ruhe und Abgeklärtheit in ihren Aktionen, schließe gekonnt Lücken, sei aber auch für den Spielaufbau sehr wertvoll. «Ich kenne sie seit ihrem zwölften Lebensjahr, habe ihre Entwicklung hautnah verfolgt. Ihren Willen und ihre Professionalität transportiert sie auf die anderen», lobte die Bundestrainerin.

Zudem ist Hegering torgefährlich. Allein für den FC Bayern, bei dem sie mit 30 Jahren ihren ersten Profivertrag unterzeichnete, traf sie in dieser Spielzeit bereits sechsmal. «Ich darf bei Standards mit nach vorn gehen, da fällt mir dann der Ball auch mal vor die Füße und geht dann rein», begründete die gebürtige Bocholterin im Scherz die Frage nach dem Grund ihrer Torgefahr. Um dann aber ernsthaft zu erklären: «Sowohl bei den Bayern als auch in der Nationalmannschaft kreieren wir viele Standards, da ist die Wahrscheinlichkeit auch hoch, dass man an den Ball kommt. Es gehört auch etwas Entschlossenheit dazu und ich werfe mich nun mal gern in Bälle hinein, da passiert dann auch mal das eine oder andere Tor», sagte die kopfballstarke Spielerin.

Beim 5:2 gegen Australien am vergangenen Samstag hätte es fast mit ihrem vierten Länderspieltor geklappt, ein Kopfball strich nur haarscharf am Gehäuse vorbei.

Voss-Tecklenburg sieht Hegerings Entwicklung noch nicht am Ende. «Der Vereinswechsel hat ihr gut getan. Sie ist ein Typ, der für sich einen sicheren Rahmen braucht. Sie muss jetzt nicht nebenbei arbeiten gehen, kann den Fokus auf sich und ihre Person im Fußball legen. Dadurch gewinnt sie mehr Energie für sich und davon profitiert der Verein und die Nationalmannschaft», erklärte die Bundestrainerin.

© dpa-infocom, dpa:210412-99-174141/3

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