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Dietrich zur Frauen-WM: «Die Engländer haben uns überholt»

Kann dem WM-Aus der deutschen Frauen auch etwas Positives abgewinnen: Siegfried Dietrich. Foto: Lukas Schulze

Kann dem WM-Aus der deutschen Frauen auch etwas Positives abgewinnen: Siegfried Dietrich. Foto: Lukas Schulze

Frankfurt/Main (dpa) - Nach Meinung von Bundesliga-Sprecher Siegfried Dietrich hat das unbefriedigende Abschneiden der deutschen Fußball-Frauen bei der WM in Frankreich auch einen positiven Effekt.

«Das frühe Ausscheiden ist Signal, Chance und Ansporn zugleich. Es gilt, mit gebündelten Kräften die richtigen Lehren daraus zu ziehen», sagte der Manager des Frauen-Bundesligisten FFC Frankfurt in einem Interview der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

Die deutschen Fußball-Frauen waren im Viertelfinale durch eine 1:2-Niederlage gegen Schweden ausgeschieden. Dadurch hatte das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen im nächsten Jahr in Tokio verpasst.

Dass Deutschland in der Finalwoche der WM nicht mehr dabei war, sei «sehr schade und bitter». Allerdings sei es auch «offensichtlich, dass in anderen europäischen Verbänden und Ligen viel investiert und für den Frauenfußball getan wird», meinte Dietrich in dem FAZ-
Interview und kommt zu dem Schluss: «Wir haben uns nicht überholen lassen. Die Engländer haben uns überholt durch die finanzielle Power der Premier-League-Clubs der Männer. Sie haben uns als ihre Vorbilder angesehen und mal ein paar Jahre richtig ernst gemacht.»

Dennoch glaubt Dietrich an einen neuen Aufschwung. «Wir haben mit Martina Voss-Tecklenburg eine starke Bundestrainerin, die aus dem frühen WM-Aus ihre Lehren ziehen wird und schon zur EM in zwei Jahren wieder angreift», sagte er. Dann müsse aber allen klar werden, «wenn wir das Feld, das uns zum Teil links und rechts überholt hat, wieder einholen wollen, dass wir dann in allen Bereichen Gas geben müssen».

Indes fordert nach dem WM-Ende der Sportchef des Bundesligisten VfL Wolfsburg, Ralf Kellermann, Investitionen und «weitreichende Konzepte» für den deutschen Frauenfußball. DFB und Liga seien gefordert, schrieb der ehemalige Meistertrainer im «Kicker». «Damit meine ich unter anderem die Trainerausbildung in den Ligen sowie im Nachwuchsbereich, strengere Zulassungskriterien für die Liga und deren konsequente Umsetzung, TV-Präsenz und Marketing.»

Die WM habe deutlich gezeigt, dass die deutsche Mannschaft aktuell nicht mit dem Niveau der US-Amerikanerinnen mithalten könne. «In den vergangenen Jahren hat man sich zu sehr auf den Erfolgen ausgeruht und den Prozess, der sich schon länger angedeutet hat, nicht wirklich ernst genommen», schrieb Kellermann. Die Nationalmannschaft brauche eine starke Liga und ebenso umgekehrt. Zudem müsse sich die zukünftige DFB-Spitze klar zum Frauenfußball positionieren.

Nach dem 2:0 Sieg über die Niederlande im Finale der WM in Frankreich waren die Fußballerinnen aus den USA am Sonntag zum vierten Mal Weltmeister geworden.

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