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Hrubesch: Entscheidung über Jones-Nachfolge bis Juni

Sucht eine neue Trainerin oder einen neuen Trainer für die Frauen-Nationalmannschaft: Horst Hrubesch. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild

Sucht eine neue Trainerin oder einen neuen Trainer für die Frauen-Nationalmannschaft: Horst Hrubesch. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild

Düsseldorf (dpa) - Der Deutsche Fußball-Bund hat die Suche nach einer neuen Trainerin oder einem neuen Trainer für die Frauen-Nationalmannschaft begonnen, will aber einen unbedachten Schnellschuss vermeiden.

Spätestens bis zum Länderspiel der deutschen Frauen in Kanada am 10. Juni soll jedoch die Nachfolge für die freigestellte Bundestrainerin Steffi Jones geregelt sein. Das bestätigte DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

«Es ist unser Plan, bis zum Spiel in Kanada einen neuen Trainer oder Trainerin zu präsentieren», sagte der 66-Jährige, der die DFB-Auswahl nur in den beiden WM-Qualifikationsspielen am 7. April in Halle gegen Tschechien und am 10. April in Slowenien interimsmäßig betreuen wird. «Als wir uns in dem Prozess unserer Analyse an dem Punkt befunden haben, den Weg mit Steffi nicht weitergehen zu können, haben wir frühzeitig gemeinsam überlegt, wie wir die Qualifikationsspiele angehen wollen. Da kamen wir schnell dazu, dass wir für eine dauerhafte Lösung mitten in der Saison noch Zeit benötigen.»

Er habe nicht gezögert, die Aufgabe vorübergehend zu übernehmen, sagte Hrubesch. Er stellte aber klar, dass er nur eine Übergangslösung sei. «Es war für mich keine Frage, Verantwortung zu übernehmen. Es ist jedoch auch abgesprochen, dass ich es nur für die beiden Spiele mache. Diese beiden Spiele wollen wir unbedingt positiv gestalten», betonte der Europameister von 1980.

Die Trainersuche ist längst angelaufen. «Wir haben natürlich schon Gespräche geführt. Es wäre ja blauäugig, das nicht zu tun. Wir wissen, wo wir hinwollen», sagte Hrubesch. Man habe einen Kandidatenkreis. «Wir werden diesen aber sicher nicht zu groß aufstellen, da wir ein klares Anforderungsprofil haben. Namen werde ich jetzt aber sicher nicht kommentieren.»

Mann oder Frau spiele dabei eine untergeordnete Rolle. «Das eine ist mir so lieb wir das andere, da für uns die Qualität entscheidend ist. Wichtig ist, dass der neue Trainer oder die Trainerin zu uns passt, internationale Erfahrung mitbringt und eine klare Spielkonzeption verfolgt.»

Als Top-Kandidatin für den Job gilt die derzeitige Schweizer Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Sie würde perfekt ins Profil passen. «Er oder sie muss in der Lage sein, die vorhandenen Strukturen weiterzuentwickeln und eigene Ideen einzubringen, um eine professionelle Weiterentwicklung zu ermöglichen», sagte Hrubesch, der noch «in vielen Bereichen Verbesserungsbedarf» sieht. «Wir können die Nachwuchsförderung professionalisieren und haben bei der Fitness der Spielerinnen noch Potenzial. Es gibt noch viel zu tun.» Ziel des DFB ist es, die verlorene Vormachtstellung des zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisters im internationalen Frauenfußball zurückzuerobern.

Nach dpa-Informationen hat Voss-Tecklenburg noch keine offizielle Anfrage vom DFB vorliegen. Zudem müsste mit dem Schweizer Fußball-Verband (SFV) einen Regelung gefunden werden. Der schriftliche Vertrag mit der 50 Jahre alten ehemaligen deutschen Nationalspielerin, die das Nationalteam der Schweiz 2012 übernahm, läuft bis zum 31. Dezember 2018. Sollten sich die Schweizerinnen für die WM 2019 in Frankreich qualifizieren, besteht eine mündliche Vereinbarung, dass die Duisburgerin das Team auch beim Weltturnier betreut. Das sollte jedoch kein Hindernis sein, wenn der DFB tatsächlich anklopft.

Zunächst freuen sich die Nationalspielerinnen auf die Zusammenarbeit mit Hrubesch. «Wir kennen uns von Olympia 2016, als er die U23 der Herren trainiert hat, da gab es den einen oder anderen Austausch», sagte Lena Goeßling dem Internet-Portal «Sportbuzzer». Hrubesch müsse nun dafür sorgen, «dass die Mannschaft sich findet, dass wir eine klare Linie haben - und ich denke, dass wird er hinbekommen. Ich freue mich auf Horst», sagte die Wolfburgerin nach dem 2:1 im Pokal-Viertelfinale gegen den SC Sand am Mittwoch. Auch VfL-Teamkollegin Alexandra Popp erhofft sich neue Impulse: «Man wird sehen, was Horst aus uns zaubern wird. Grundsätzlich freuen wir uns auf einen neuen Input.»

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