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12:0 gegen den BVB - Heynckes-Show und Endrulats Albtraum

Sorgte bereits als Spieler für Bundesliga-Geschichte: Jupp Heynckes (l) beim 12:0-Sieg von Gladbach gegen Dortmund. Foto: Roland Scheidemann/dpa

Sorgte bereits als Spieler für Bundesliga-Geschichte: Jupp Heynckes (l) beim 12:0-Sieg von Gladbach gegen Dortmund. Foto: Roland Scheidemann/dpa

Mönchengladbach (dpa) - 40 Jahre nach dem höchsten Sieg in der Geschichte der Fußball-Bundesliga will Jupp Heynckes etwas klarstellen.

«Was alles so kinderleicht aussah, war in Wirklichkeit hart erarbeitet», sagt der heutige Trainer des FC Bayern im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur über das 12:0 von Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund.

Heynckes erzielte am letzten Spieltag 29. April 1978 fünf Tore. Doch für das Schützenfest, sagt Heynckes, sei nicht nur die Offensive verantwortlich: «Auch unsere Defensivabteilung hatte ihren Anteil daran. Winnie Hannes, Berti Vogts, Jürgen Wittkamp und andere haben uns von Anfang an den Rücken frei gehalten. So konnten wir fast ungebremst auf Torejagd gehen.» Und der BVB schaute voller Ehrfurcht zu.

Nach dem Ende des Gladbacher Tor-Feuerwerks im Düsseldorfer Rheinstadion, in das die Gladbacher wegen der Umbauarbeiten auf ihrem Bökelberg für die letzten zwei Saisonspiele ausgewichen waren, blickten Spieler und Zuschauer ungläubig auf die Anzeigetafel.

Randvoll war sie: mit Zahlen und Namen. Mit den Helden des Spiels. Mehr Tore als das volle Dutzend hätten gar nicht darauf gepasst. «Vielleicht war das auch gut so», sinnierte Wilfried Hannes, der damalige Abwehrchef der Elf vom Niederrhein, «da wäre dann schnell von einem faden Beigeschmack oder gar Schiebung die Rede gewesen».

Denn hätten die von Udo Lattek trainierten Gladbacher am letzten April-Samstag vor 40 Jahren drei weitere Male getroffen, wären sie am 34. Spieltag noch am 1. FC Köln vorbeigezogen, der zeitgleich beim schon feststehenden Absteiger FC St. Pauli 5:0 siegte.

Niemand hatte allerdings ernsthaft noch an den Gewinn der deutschen Meisterschaft geglaubt. «Nein, wirklich nicht. Es lief einfach. Von Beginn an. Es war wie ein Rausch», sagte Gladbachs Torwart-Legende Wolfgang Kleff.

Für BVB-Keeper Peter Endrulat, der damals den verletzten Horst Bertram vertrat, war das Spiel im Rheinstadion der Anfang vom Ende. Einen Tag nach dem Debakel erfuhr er, dass sein Vertrag in Dortmund nicht verlängert würde. Dem Magazin «11 Freunde» sagte Endrulat vor Jahren: «Ich wollte unbedingt drin bleiben, nicht noch mal sechs Tore kassieren wie bis zur Pause. Es war wohl die falsche Entscheidung.» Endrulat, seinerzeit erst 23 Jahre alt, landete nach insgesamt sieben Bundesligaeinsätzen für Schalke und Dortmund in der Spielzeit darauf beim Zweitligisten Tennis Borussia Berlin.

BVB-Coach Otto Rehhagel musste zwar ebenfalls gehen. Doch im Gegensatz zu Endrulat konnte dem gebürtigen Essener die peinliche Abfuhr nur wenig anhaben. Er war schnell wieder im Geschäft, wechselte zu Arminia Bielefeld und wurde später zum Meister-Trainer und mit Griechenland 2004 sogar Europameister.

Borussia Mönchengladbach, die «Torfabrik vom Bökelberg», erzielte in jener Spielzeit vor 40 Jahren 86 Treffer, die zweitbeste Ausbeute in ihrer 50-jährigen Bundesligageschichte - eine Zahl, die selbst für Rekordmeister Bayern München nicht selbstverständlich ist. Von solchen Spitzenwerten sind die «Fohlen» aktuell trotz beachtlicher Kontinuität weit entfernt.

Tops und Flops auf der Homepage von Borussia Mönchengladbach

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