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Abstiegsduell zwischen Wolfsburg und Hamburg

Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia trifft auf seinen Ex-Club Hamburg. Foto: Marius Becker

Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia trifft auf seinen Ex-Club Hamburg. Foto: Marius Becker

Wolfsburg (dpa) - Der VfL Wolfsburg scheint auf dem besten Weg, dem Hamburger SV den Rang als Lachnummer der Fußball-Bundesliga abzulaufen.

Vor dem direkten Duell der beiden akut abstiegsbedrohten, aber noch nie aus der Fußball-Bundesliga abgestiegenen Clubs am Samstag ist beim HSV trotz der prekären sportlichen Lage erst einmal wieder Ruhe eingekehrt. Dafür nimmt das Chaos beim VfL vor dem für beide Teams so wichtigen Spiel immer groteskere Züge an.

Die «Wolfsburger Allgemeine Zeitung» attestierte dem VfL, dass «die Geschäftsführersuche auf einem ähnlichen Niveau abläuft wie die sportlichen Darbietungen der Profis» - indiskutabel also. Am vergangenen Spieltag hatte das Team von Ex-HSV-Trainer Bruno Labbadia beim 0:3 in Mönchengladbach einen sportlichen Offenbarungseid abgeliefert. Wo es andere Clubs mit Ruhe versuchen, sorgte der VW-Club in dieser Woche mit dem vermasselten Wechsel von Sportdirektor Horst Heldt von Hannover 96 zum VfL dafür, die Verunsicherung der Spieler noch einmal zu steigern.

Die Unruhe verschärfte sich noch angesichts des wohl bevorstehenden Abgangs von Manager Olaf Rebbe, dem es im zweiten Jahr in Folge nicht gelang, den vom VW finanziell üppig ausgestatteten Club wieder näher an die Europapokal-Plätze zu führen. Der noch im Amt befindliche, aber durch den öffentlichen Flirt mit Heldt schwer beschädigte Rebbe soll sich laut übereinstimmenden Medienberichten bereits juristisch beraten lassen. Demnach sei ihm inzwischen mitgeteilt worden, dass der 39-Jährige keine Zukunft mehr in Wolfsburg habe.

Kommentieren wollte Rebbe dies nicht. Zuvor hatte er sich schon über sein Arbeitsumfeld und die Indiskretionen beklagt. «Ich sage, dem VfL Wolfsburg wird bewusst geschadet, und das hilft sicherlich nicht in der aktuellen Situation», hatte er dem NDR gesagt.

Wie zum Beweis wurden die Gespräche des VfL mit Heldt öffentlich. Am Donnerstag war Aufsichtsratschef, VW-Vorstand Frank Witter, aber nicht bereit, die von 96-Chef Martin Kind geforderte Ablöse für Heldt zu bezahlen. Dem Vernehmen nach soll Kind rund fünf Millionen Euro gefordert haben. Nicht nur Kind war vom Wolfsburger Vorgehen irritiert: «In einer Phase, in der beide Vereine um den Klassenerhalt spielen, sorgt man nicht für Unruhe. Das macht man nicht.»

Seit Jahren war es das Bundesliga-Gründungsmitglied HSV, das im Kampf gegen den Abstieg stets eine bemitleidenswerte Figur abgab, am Ende aber doch irgendwie drin blieb - bis jetzt. Verlieren die Hamburger in Wolfsburg, könnte am Sonntag der erste Abstieg der Vereins-Historie feststehen. Gewinnen sie aber, sind sie bei dann noch zwei ausstehenden Spielen auf zwei Punkte am VfL dran.

Trotz der Bedeutung des Spiels herrscht eine bemerkenswerte Ruhe beim HSV. Dabei haben die Hamburger ebenfalls noch einige Personalfragen zu beantworten. So sucht der Traditionsclub seit der Trennung von Jens Todt im März einen Sportvorstand. Leverkusen Jonas Boldt mussten die Hanseaten bereits von ihrer Liste streichen. Auch Rouven Schröder dementierte Gespräche mit Aufsichtsratschef Bernd Hoffmann über einen möglichen Wechsel von Mainz 05 an die Elbe.

Anders als der VfL blickt der HSV derzeit rein auf das Sportliche und ist dankbar, dass er sich überhaupt noch einmal die Chance auf den Klassenverbleib erarbeitet hat. «Die, die vor uns sind, haben mehr zu verlieren», sagte Trainer Christian Titz mit Blick auf Freiburg, Wolfsburg und Mainz, die alle fünf Punkte mehr auf dem Konto haben.

In Wolfsburg bedurfte es schon markiger Worte von Offensivspieler Daniel Didavi, um an das extrem wichtige Spiel zu erinnern. «Mit einem Sieg können wir den HSV in die 2. Liga schießen - mehr Motivation geht nicht», tönte Didavi. Titz' Konter: «Es ist ratsam, Fußball mit dem Fuß und nicht mit dem Mund zu spielen.»

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