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Entlarvte Leipziger hilflos

Die Leipziger Naby Keita (l) und Timo Werner konnten die Niederlage gegen Wolfsburg nicht verhindern. Foto: Sebastian Kahnert

Die Leipziger Naby Keita (l) und Timo Werner konnten die Niederlage gegen Wolfsburg nicht verhindern. Foto: Sebastian Kahnert

Der Kreislaufkollaps von Naby Keita in den Katakomben der Red Bull Arena passte zum missratenen Auftritt von RB Leipzig. Die zweite Heimniederlage binnen vier Wochen, geschlagen mit den eigenen Mitteln.

Der forsche Aufsteiger scheint entlarvt, die Gegner stellen sich immer besser auf die Hochgeschwindigkeits-Spielweise ein. Und wenn Keita und auch Emil Forsberg einen Tag wie diesen erwischen, geht auch gegen einen abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg nicht mehr all zu viel beim Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga. Nur dank des Patzers von Borussia Dortmund beträgt der Vorsprung auf Rang drei weiter sechs Punkte.

«Wir hätten heute auch einen richtig guten Schritt machen können, den Vorsprung auszubauen. So wie es im Moment ausschaut, ist es aber schwer zu punkten da vorne», konstatierte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl.

Am Morgen nach der Niederlage sah er die Situation optimistischer: «Dass wir trotzdem noch sechs Punkte vor Dortmund sind, das ist eigentlich das Überraschende. Man merkt trotzdem, dass die Ansprüche an einem selber steigen. Wir sind von dieser Mannschaft natürlich nur Spitzenleistungen in der Hinrunde gewöhnt gewesen.» Nach dem Dämpfer sagte er mit Blick nach vorn: «Wir haben trotzdem eine fantastische Chance, etwas ganz Großes in dieser Saison zu erreichen.»

Die Leipziger wollten nach dem 0:3 gegen den Hamburger SV vor einem Monat, ihrer ersten Heimniederlage im Oberhaus überhaupt, eine neue Serie starten. Heraus kamen nach zwei Siegen aber die gefühlte Niederlage (2:2) beim FC Augsburg und nun das 0:1 (0:1) gegen den ehemaligen deutschen Meister. Aus dem ebenso forschen wie souveränen und begeisternden Hinrunden-Zweiten mit zwölf Siegen, drei Unentschieden und zwei Niederlagen ist in der alleinigen Rückrundenrechnung die Mittelfeldmannschaft RB Leipzig geworden: Drei Siege, ein Unentschieden, drei Niederlagen.

Weil die Gegner die RB-Stärken wie der VfL zu ihren eigenen machen. «Wolfsburg hat die Mittel angewendet, die wir machen wollten, viele Balleroberungen und schnell nach vorne spielen», betonte Verteidiger Willi Orban. «Wir wussten bis ins Detail, wie Leipzig spielt. Ich glaube, alle wissen mittlerweile, dass sie dieses Pressing überragend machen und dieses Spiel mit den Pässen durch die Mitte», sagte Mario Gomez, Schütze des einzigen Tores der Partie in der neunten Minute.

Das Rezept gegen die Leipziger Stressmacher: Vor allem im Abwehr-Mittelfeld-Bereich kompakt stehen, Forsberg und Keita erst gar nicht zur Entfaltung kommen lassen, so dass der deutsche Bundesliga-Top-Torjäger Timo Werner gar nicht den Ball bekommt.

Die konsequente Gäste-Taktik zeigte Wirkung bei den Leipzigern. Keita enttäuschte, wirkte überdreht, weit entfernt von der Normalform, die ihn zum Spekulationsobjekt gemacht hat. Nach einem Foul trotz Spielunterbrechung bekam er die fünfte Gelbe Karte, fehlt am kommenden Samstag beim ebenfalls abstiegsbedrohten SV Werder Bremen.

Die Sorgen um Keita wurden nach dem Spiel sogar noch größer. Der 22-Jährige aus Guinea erlitt in den Stadionkatakomben einen Kreislaufkollaps. «Wenn man ihn da liegen sieht, ist es im ersten Moment ein Schock. Ich bin froh, dass es da keinen tieferen Störungen gibt, die Werte waren alle okay», sagte Hasenhüttl am Sonntag. Keita hatte die Nacht in der Leipziger Uni-Klinik verbracht. RB will laut Hasenhüttl «in den nächsten Tagen noch die Ursache suchen, es war wohl eine Kombination aus mehreren Faktoren».

Die einzige gute Nachricht für RB an einem verkorksten Wochenende. «Wir müssen in Bremen auf jeden Fall anders auftreten, sonst reicht es dort auch nicht», betonte Coach Hasenhüttl.

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