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Fünf Jahre Abstiegskampf: Am Ende ist der HSV doch glücklos

Die Stadionuhr im Hamburger Volksparkstadion im Moment des Abpfiffs. Foto: Axel Heimken

Die Stadionuhr im Hamburger Volksparkstadion im Moment des Abpfiffs. Foto: Axel Heimken

Hamburg (dpa) - Nach 55 Jahren verabschiedet sich der Hamburger SV aus der Fußball-Bundesliga. Das 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach war vorerst das letzte Spiel des HSV in der Beletage.

Der erstmalige Abstieg des Bundesliga-Gründungsmitglieds ist der Schlusspunkt einer Negativ-Entwicklung, die schon seit fünf Jahren andauert.

Der Dauerabstiegskampf des HSV seit 2013: 

Mit mageren 27 Punkten, den meisten Gegentoren (75) und zwei Relegationsspielen ohne Sieg gegen den Zweitligisten Fürth gelang die Dusel-Rettung. «Wir haben das ganze Glück aufgebraucht», gestand Mirko Slomka. Der Saison-Coach Nummer drei nach Thorsten Fink und Bert van Marwijk holte in 15 Spielen nur drei Siege. Der HSV blieb trotzdem drin, da die Absteiger Nürnberg und Braunschweig noch schwächer waren. Zum Retter wird Stürmer Pierre-Michel Lasogga mit 13 Saisontreffern und dem goldenen Relegations-Auswärtstor in Fürth.

Mit der Ausgliederung der Profi-Abteilung in eine Fußball-AG sollte alles besser werden. Doch erneut musste kräftig gezittert werden. Nach Slomka, Joe Zinnbauer und Peter Knäbel war es Trainer Nummer vier Bruno Labbadia mit zehn Punkten aus sechs Partien zu verdanken, dass der HSV überhaupt noch in die Relegation kam. Dort schoss Marcelo Diaz den HSV per Freistoßtor zum Last-Minute-1:1 beim Karlsruher SC in die Verlängerung. Dann traf Nicolai Müller zum Sieg - der erneut vom Glück verfolgte HSV stand weiter unter Artenschutz.

In der Spielzeit ohne Trainerwechsel führte Labbadia den HSV durch einen 3:1-Sieg beim FC Augsburg am letzten Spieltag auf Rang zehn. Doch die gute Platzierung in der Abschlusstabelle täuschte darüber hinweg, dass der Nordclub nach einer weiteren Saison ohne konstante Leistungen erneut lange um den Klassenverbleib kämpfen musste. Immerhin blieb Kapitän Johan Djourou & Co. aber ein weiteres Zittern bis zur letzten Minute erspart. Umgekehrt führte der vermeintliche Aufschwung sofort zu überzogenen HSV-Hoffnungen und -Erwartungen.

Als nach dem Fehlstart auch der Trainerwechsel von Labbadia zu Markus Gisdol zunächst nicht fruchtete, schien der HSV abgeschlagen. Gisdol reagierte mit einigen Personalwechseln - bis zur Winterpause ging es bergauf. 2017 begann mit Rückschlägen. Dann bäumte sich der HSV auf, bis es kurz vor Schluss wieder abwärts ging. Es reichte aber doch zum Happy End: Am letzten Spieltag gewann der HSV gegen Wolfsburg durch ein Waldschmidt-Tor in der 88. Minute. Statt des HSV musste der VfL in die Relegation. Auch im 54. Liga-Jahr blieb der HSV unabsteigbar.

Die Serie ist gerissen, der HSV steigt zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die 2. Liga ab. Dabei begann die 55. Saison verheißungsvoll. Nach zwei Siegen waren die Hamburger für eine Nacht sogar Tabellenführer. Doch der Schein trog: Danach ging es nur noch steil bergab. Auch der Trainerwechsel vom letztjährigen Retter Gisdol zu Bernd Hollerbach brachte nichts. Dessen Nachfolger Christian Titz brachte den Dino mit einer neuen Spielidee und einer Verjüngungskur zwar wieder auf Vordermann, doch der HSV-Endspurt mit 13 Punkten in acht Spielen kam zu spät.

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