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«Habe noch einiges in petto»: Werders Ehrgeiz gefällt Sahin

Der Ex-Dortmunder und Neu-Werderaner Nuri Sahin. Foto: David Inderlied

Der Ex-Dortmunder und Neu-Werderaner Nuri Sahin. Foto: David Inderlied

Bremen (dpa) - Das späte Siegtor seines neuen Vereins verfolgte Nuri Sahin bereits im Schlafanzug. Als Werder Bremen in der sechsten Minute der Nachspielzeit zum 2:1 (1:0)-Erfolg bei Eintracht Frankfurt traf, lag der prominente Neuzugang von Borussia Dortmund auf dem Bett seines Hotelzimmers.

Zu einem Platz im Kader hatte es nach seinem Last-Minute-Transfer noch nicht gereicht. Dafür wurde spätestens bei Sahins Vorstellung in Bremen deutlich, dass Werders selbstbewusste Europacup-Ziele und die Ambitionen eines ehemaligen Spielers von Real Madrid sehr gut zueinander passen. «Ich bin ganz ehrlich: Ich wäre nicht gekommen, wenn das Ziel nur geheißen hätte, gegen den Abstieg zu spielen», sagte der 29-Jährige. «Der Verein und der Trainer haben hohe Ziele, das finde ich super. Ich habe bisher nur bei Vereinen gespielt, die den Anspruch haben, oben mitzuspielen.»

Werder will zurück nach Europa. Das hatte der frühere Dauergast in der Champions League kurz vor dem Saisonbeginn ganz offiziell verkündet. Und dafür macht sich ein Auswärtssieg beim deutschen Pokalsieger schon einmal ganz gut. «Es ist ein sehr schöner Moment für ihn», sagte Trainer Florian Kohfeldt über seinen Siegtorschützen Milot Rashica, der in Frankfurt mit der letzten Aktion des Spiels einen Freistoß direkt verwandelte. «Milot hat einen wahnsinnigen Schuss. Ich diskutiere immer wieder mit ihm darüber, dass er einfach mal schießen soll, weil den eh keiner hält.»

Dass den Bremern die Erfahrung und Abgeklärtheit eines Nuri Sahin trotzdem noch gut tun kann, war bei diesem ersten Saisonsieg ebenfalls zu sehen. Werder spielte nach einer Roten Karte für Jetro Willems (32.) mehr als eine Stunde in Überzahl, ließ sich aber durch den Frankfurter Ausgleich durch Sebastien Haller (54./Foulelfmeter) und die Auswechselung von Torwart Jiri Pavlenka (53./Gehirnerschütterung) viel zu leicht aus dem Konzept bringen.

Ein Spieler wie Sahin, der mit Borussia Dortmund schon deutscher Meister wurde und zwischenzeitlich auch für Real Madrid und den FC Liverpool spielte, kann in solchen Situationen auf dem Platz wieder für Ordnung sorgen. Gleich zum Einstand stellte er jedenfalls sehr selbstbewusst klar, dass er in Bremen nicht bloß eine Kaderlücke im defensiven Mittelfeld zu schließen gedenkt. «Ich sehe mich definitiv nicht als Backup, das sieht der Verein auch nicht so», sagte er. «Ich habe immer noch Qualitäten, die dieser Mannschaft weiterhelfen können. Und ich will auf dem Platz stehen, das ist doch klar. Ich bin im besten Fußballeralter, ich habe noch einiges in petto.»

Bei seinem Heimat- und Herzensverein BVB durfte er das zuletzt nicht mehr zeigen. Im Zuge des großen Umbruchs in diesem Sommer holten die Dortmunder allein für Sahins Position im zentralen Mittelfeld zwei teure WM-Spieler (Axel Witsel und Thomas Delaney). «Meine Gefühlslage war: Ich wollte erst abwarten, wie es sich in Dortmund entwickelt. Aber nach ein paar Wochen war absehbar, dass der neue Trainer eher auf andere Spieler setzen wird», erklärte Sahin. Für ihn war es dann «wichtig, dass ich zu einem Traditionsverein wechseln kann, mit dem ich mich identifiziere.» Galatasary Istanbul war dem Vernehmen nach ebenfalls im Rennen, Werder bekam aber seinen Zuschlag.

Spielerprofil Nuri Sahin

Homepage von Werder Bremen

Sahin-Interview bei werder.de

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