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Happy Hoeneß: Bayern «schwebt auf einer Wolke»

Erfreute sich am Schützenfest am Münchner Schützenfest gegen den HSV: Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Foto: Patrick Seeger

Erfreute sich am Schützenfest am Münchner Schützenfest gegen den HSV: Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Foto: Patrick Seeger

München (dpa) - Uli Hoeneß ist ein Genussmensch. Und die aktuellen Münchner Fußball-Genusswochen lässt sich der Präsident des FC Bayern auch nicht von der nervigen, ungeklärten Trainerfrage vermiesen.

Das nächste Schützenfest gegen die erstliga-untauglichen Pappkameraden des HSV verfolgte der 66 Jahre alte Vereinspatron gut gelaunt auf der Tribüne an der Seite von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Sechs Tore der Offensivstars Robert Lewandowski (3), Franck Ribéry (2) und Arjen Robben (1) konnten die Bosse beim gemütlichen 6:0 (3:0) bejubeln. Wen müssen da die Trainer-Spekulationen stören? «Im Moment beschäftigt mich gar nicht so viel, weil ich die Zeit, die wir jetzt haben, sehr genieße», sagte Hoeneß am Samstag. Er ergötzt sich am Münchner Ist-Zustand: «Wir haben totale Ruhe im Club. Seitdem Jupp Heynckes im Oktober zu uns kam, schwebt der Verein auf einer Wolke.»

Auf dieser Wolke könnte der deutsche Rekordchampion schon am kommenden Sonntag im Auswärtsspiel bei RB Leipzig zum Express-Titel schweben. Am 27. Bundesliga-Spieltag wurden auch die Rekord-Bayern erst einmal Meister, im ersten Jahr unter Pep Guardiola 2014.

«Wir sind jetzt keine Meisterschaftsplaner», antwortete Thomas Müller auf die Frage, ob er nicht einen Titelgewinn vor heimischer Kulisse an Ostern gegen Borussia Dortmund vorziehen würde. «Dass wir Meister werden, ist klar», sagte Robben zum intern längst verbuchten Titel Nummer 28, dem sechsten am Stück - und ersten Triple-Schritt.

«Es ist schön, dass es die Möglichkeit noch gibt, aber das ist in weiter Ferne», sagte Mats Hummels zur Aussicht auf drei Titel. Die Bundesliga ist nur noch ein Trainingszentrum für die großen Aufgaben, die nach der Länderspielpause in Europa und im DFB-Pokal-Halbfinale auswärts gegen Bayer Leverkusen warten. «Egal, ob der Vorsprung 20, zehn oder fünf Punkte ist, müssen wir in der Bundesliga weitermachen. Wir können uns nicht nur auf die Champions League konzentrieren. Wir können und dürfen nicht nachlassen», mahnte Robben.

Gegen den Lieblings-Prügelknaben HSV genügte ein Powerstart mit drei Toren nach 19 Minuten, um für klare Verhältnisse zu sorgen. «Es kann ja nicht sein, dass man hier immer so ne Klatsche kriegt», schimpfte der erfolglose HSV-Coach Bernd Hollerbach. 50 Tore kassierte der Liga-Dino bei den letzten acht desolaten Auftritten in München, der erstmalige Abstieg naht. Gotoku Sakai fällte ein vernichtendes Urteil. Der Kapitän nannte das schlaffe Auftreten «unmännlich».

Die Bayern-Stars spielten nach dem 3:0 zeitweise «Larifari», wie Hummels zugab. Kollege Robben bat um Nachsicht: «Wir haben nicht runtergeschaltet, aber es ist auch normal und menschlich: Wir sind keine Roboter!» Selbst Robert Lewandowski nicht. Im 120. Ligaspiel für den FCB erreichte der Pole die 100-Tore-Marke. Aber der Torjäger verschoss auch erstmals in der Liga einen Elfmeter für Bayern.

Die Münchner Freude trübte allein die Verletzung von Corentin Tolisso. Der Franzose verließ nach einem Pressschlag die Arena mit «ganz starken Schmerzen» am Schienbein, wie Heynckes berichtete. Die Diagnose ergab eine schwere Prellung oberhalb des Sprunggelenks.

Heynckes legte derweil nach widersprüchlichen Aussagen zu seiner Zukunft ein Gelübde ab: «Ich habe mir jetzt vorgenommen, gar nichts mehr dazu zu sagen. Es ist alles gesagt.» Auch Hoeneß will die Causa Trainer nicht mehr öffentlich erörtern: «Zu diesem Thema äußere ich mich nicht. Das haben wir vereinbart intern, und das bleibt so.»

Der Bayern-Fokus liegt ohnehin auf der gesicherten Gegenwart mit Heynckes. Am Mittwoch (18.00 Uhr/ZDF/Sky) steht in der Champions League das Achtelfinal-Rückspiel bei Besiktas Istanbul an. Nach dem 5:0 im Hinspiel ist es eine Pflichtübung wie Schützenfeste gegen den HSV. «Wir machen in Istanbul kein Sightseeing», versprach Kapitän Thomas Müller: «Wir werden das tausendprozentig seriös angehen.

© WhatsBroadcast
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