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Königstransfer ohne Trikot: Kehl ruft «Neustart» aus

Sebastian Kehl beschwört den BVB-Teamspirit. Foto: Bernd Thissen

Sebastian Kehl beschwört den BVB-Teamspirit. Foto: Bernd Thissen

Dortmund (dpa) - Für die Fachpresse ist er ein «Königstransfer», für die Vereinsführung «einer perfekte Verstärkung». Das Trikot von Borussia Dortmund trägt Sebastian Kehl jedoch schon länger nicht mehr.

Vielmehr soll der ehemalige Teamkapitän von nun an im administrativen Bereich dazu beitragen, dass es mit dem Revierclub aufwärts geht. Gleich bei seinem ersten offiziellen Auftritt im neuen Amt als Leiter der Lizenzspielerabteilung sprach Kehl der Clubspitze aus der Seele: «Wir müssen wieder das Dortmund-Gefühl erzeugen. In der vergangenen Saison hat es einige Dinge gegeben, die nicht zu Dortmund gepasst haben. Wir brauchen diesen Neustart.»

Der 38-Jährige erhält ein ähnliches Aufgabenfeld wie einst Matthias Sammer beim FC Bayern, der inzwischen als externer Berater wieder für den BVB tätig ist. Dass Kehl gleich zwei Büros bezieht, hat viel mit seinem Jobprofil als Bindeglied zwischen Management und Team zu tun. Das eine Büro befindet sich in der Geschäftsstelle des Vereins ganz in der Nähe von Sportdirektor Michael Zorc. Das andere auf dem Trainingsgelände der Borussia.

Kehl dürfte auch drei Jahre nach seinem letzten Einsatz noch ein gutes Gespür für die Stimmung in der Kabine haben. Nach der Aufarbeitung der vergangenen Saison haben alle Beteiligten Handlungsbedarf ausgemacht. «Dortmund ist eine Arbeiterstadt, der Verein etwas Besonderes. Werte wie Disziplin und Regeln gehören dazu, um erfolgreich in einer Mannschaft zu arbeiten. Wir erwarten von den Spielern, dass sie sich an die eigene Nase fassen», kommentierte Kehl in Anspielung auf den fehlenden Teamgeist bei diversen Partien der vorigen Spielzeit, in der sich der Tabellenvierte mühevoll in die Champions League gerettet hatte.

Für seine neue Aufgabe scheint Kehl gut geeignet. Nach seiner Profikarriere, die er im Sommer 2015 nach insgesamt 363 Pflichtspielen für den BVB beendet hatte, nutzte er die Zeit zur Fortbildung. Der ehemalige Mittelfeldspieler schloss bei der UEFA ein zweijähriges Managementstudium ab und erwarb die Lizenz als A-Trainer.

Schon seit Wochen nimmt der 38-Jährige an Treffen eines vierköpfigen Kompetenzteams teil, dem auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Zorc und Berater Sammer angehören. Die Ideen, die Kehl dabei einbrachte, bestätigten Watzke in seiner Personalentscheidung: «Da hast du schon gemerkt, dass er vor Ehrgeiz sprüht. Da konnte man einen Spirit erkennen.»

Der Vereinsboss hält ohnehin große Stücke auf den einstigen Vorzeige-Profi. «Er hat sich an vielen Fronten weitergebildet. Kompetenz ist im hohen Maße vorhanden», lobte Watzke und verwies zudem auf den positiven Charakter und die hohe Identifikation von Kehl mit dem Verein.

Ähnlich wie Watzke hält auch Zorc die Zusammenarbeit mit Kehl für folgerichtig: «Im Laufe der letzten Saison ist deutlich geworden, dass sich das Anforderungsprofil des Sportdirektors verändert und erhöht hat. Deshalb gehört zum Neustart nicht nur eine Veränderung im Kader, sondern auch die Erweiterung der Managementebene.» Vor allem in einer Hinsicht hofft der Sportdirektor auf Vorteile: «Sebastian wird eine ständige Präsenz bei der Mannschaft haben. Davon verspreche ich mir, schneller Fehlentwicklungen zu erkennen und schneller darauf reagieren zu können.»

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