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Nach Klinsmann-Flucht: Hertha BSC gewinnt in Paderborn

Matheus Cunha (l) stellte mit seinem Tor zum 2:1 die Weichen auf Sieg von Hertha BSC in Paderborn. Foto: Friso Gentsch/dpa

Matheus Cunha (l) stellte mit seinem Tor zum 2:1 die Weichen auf Sieg von Hertha BSC in Paderborn. Foto: Friso Gentsch/dpa

Paderborn (dpa) - Am Ende einer der verrücktesten Wochen einer an Verrücktheiten nicht gerade armen Vereins-Historie war die riesige Erleichterung bei Hertha BSC überall greifbar.

«Natürlich tut das extrem gut nach diesen speziellen Tagen», sagte Berlins Sportchef Michael Preetz nach dem 2:1 (1:0)-Sieg beim SC Paderborn. Vier Tage nach der spektakulären Flucht von Trainer Jürgen Klinsmann aus der Hauptstadt machten die Berliner damit einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt und hoffen nun, in der kommenden Woche wieder ein wenig zur Normalität zurückkehren zu können.

«Jetzt freuen wir uns auf einen ruhigen Sonntag und einen freien Montag», sagte Preetz, der von Klinsmann bei dessen seltsamen Rücktritt ganz besonders attackiert worden war. Dass der Sieg auch für ihn ein besonderer gewesen war, wollte Preetz aber nicht sagen. «Wichtig war, dass wir als Club geschlossen aufgetreten sind und das auch heute gemacht haben», sagte Preetz, der für den neuen Chefcoach Alexander Nouri lobende Worte übrig hatte. «Er hat das in den wenigen Einheiten, die ihm zur Verfügung standen, mit sehr viel Enthusiasmus gemacht», sagte Preetz.

Eine Chance auf eine Dauerbeschäftigung dürfte Nouri beim auch nach dem Klinsmann-Schock weiter hoch ambitionierten Berliner Projekt jedoch nicht haben. «Wir haben eine Vereinbarung mit dem Trainerteam bis zum Saisonende und genauso gehen wir die Sache auch an», sagte Preetz. Hinter den Kulissen werden in den kommenden Wochen aber die Weichen für die Zukunft auf dem Trainerposten gestellt. «Desto eher wir uns aus der Abstiegszone verabschieden, desto eher kann ich planen», sagte Preetz.

Schon vor dem Spiel hatte sich der Sportchef zu Niko Kovac geäußert, der bei vielen in der Hauptstadt als Wunschkandidat gilt. Der frühere Coach des FC Bayern werde «national und international sehr viele Angebote auf den Tisch bekommen», sagte Preetz. Der einstige Hertha-Profi habe als Trainer in der Bundesliga zuletzt «einen tollen Job gemacht».

Doch erst einmal soll Nouri die Hertha stabilisieren und kann dies ab sofort ohne den Makel des Sieglos-Trainers tun. Nachdem er die vergangenen 21 Partien als Chefcoach von Bremen und Ingolstadt nicht hatte gewinnen können, bedeutete der verdiente Erfolg in Paderborn auch für den bisherigen Klinsmann-Assistenten eine Befreiung. «Ein Riesen-Kompliment an die Mannschaft wie sie den Fight angenommen hat», sagte der 40-Jährige.

Vor 14.687 Zuschauern erzielten Dedryck Boyata (10. Minute) und Matheus Cunha (67.) die Treffer für die Gäste. Dennis Srbeny gelang nur der zwischenzeitliche Ausgleich für den Aufsteiger (51.), der damit Tabellenletzter bleibt.

Nouri hatte im Vorfeld des Spiels kurz mit Klinsmann telefoniert. «Es war ihm ein Bedürfnis, uns noch einmal Glück zu wünschen», berichtete Nouri, der die Berliner Mannschaft im Vergleich zum 1:3 gegen Mainz auf gleich vier Positionen verändert hatte. Unter anderem rückte der aus Leipzig gekommene Stürmer Cunha in die Startelf. Eine recht mutige Entscheidung des Klinsmann-Nachfolgers, war der Brasilianer wegen der Teilnahme an der Olympia-Qualifikation doch erst vor ein paar Tagen zur Mannschaft gestoßen. Doch Cunha rechtfertigte das Vertrauen und sorgte mit dem Siegtreffer für einen erfolgreichen Nouri-Einstand.

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